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Encephalitozoon cuniculi

von griechisch: en- (Präfix) - in, hinein, kephale - Kopf und zoon - Tier
Synonym: E. cuniculi

1 Definition

Encephalitozoon cuniculi ist ein Parasit aus der Familie Nosematidae und Erreger der Encephalitozoonose des Kaninchens.

2 Taxonomie

3 Erreger

Encephalitozoon cuniculi ist morphologisch einheitlich - jedoch können genetisch mehrere Stämme unterschieden werden. Bisher (2019) sind drei Stämme bekannt:

  • Stamm I: bei Kaninchen und Menschen,
  • Stamm II: bei Mäusen, Ratten, Eisfüchsen und
  • Stamm III: bei Hunden (Südafrika, USA) sowie bei südamerikanischen Affen und Menschen.

Alle drei Stämme sind nicht strikt wirtsspezifisch und können experimentell auf Mäuse oder Kaninchen übertragen werden.

4 Entwicklung

Kaninchen infizieren sich hauptsächlich durch perorale Aufnahme von Sporen, die mit dem Harn infizierter Kaninchen ausgeschieden und an die Umwelt abgegeben werden. Man geht davon aus, dass die Erreger zunächst Darmepithelzellen, Makrophagen oder Endothelzellen befallen, bevor es zu einer Streuung im Tierkörper und der Besiedlung verschiedener Organe kommt (Leber, Lunge, Nieren, Gehirn und Herz.

Nach ungefähr 3 bis 4 Monaten sind v.a. die Nieren, das Gehirn und weniger häufig das Herz befallen. Intrauterine Infektionen sind ebenso möglich.

5 Vorkommen

Enephalitozoon cuniculi (Stamm I) ist die einzige bekannte parasitierende Microspora-Art bei Kaninchen. In Zentraleuropa liegen die Prävalenzen in Beständen gesund erscheinender Hauskaninchen zwischen 8 und 16 %, bei Kaninchen mit neurologischen Symptomen dagegen bei 85 %.

6 Epidemiologie

Horizontale Infektionen durch orale Aufnahme der Sporen sind die Hauptinfektionswege, wohingegen intrauterine Infektionen selten sind. Hauptreservoire stellen inapparent infizierte Hauskaninchen dar. Regional können auch Wildkaninchen Erregerreservoire bilden. Encephalitozoon cuniculi konnte bislang noch nicht bei Hasen nachgewiesen werden.

Die Sporen können im feuchten, kühlen Milieu monatelang infektiös bleiben. Die Verbreitung innerhalb einer Tiergruppe erfolgt durch die Kontamination der Umgebung und des Futters.

7 Erkrankung

Eine Infektion kann jahrelang inapparent bleiben. Warum bei einem Teil der infizierten Kaninchen altersunabhängig klinische Symptome auftreten, ist bislang nicht bekannt.

Eine klinisch manifeste Infektion äußerst sich am häufigsten durch eine unterschiedlich deutliche Kopfschiefhaltung (Torticollis, Opisthotonus) oder durch Ataxie, Hyperästhesie und Paralyse sowie durch Gewichtsverlust und Kümmern. Zudem wurden Fälle von Uveitis beschrieben.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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