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DsDNA-Antikörper

Synonyme: dsDNS-Antikörper, Anti-dsDNA, Anti-dsDNS, dsDNA-AK
Englisch: anti-dsDNA antibodies

1 Definition

DsDNA-Antikörper sind Autoantikörper aus der Gruppe der antinukleären Antikörper. Sie sind typischerweise im Rahmen eines systemischen Lupus erythematodes (SLE) nachweisbar.

2 Antigen

Das Zielantigen der dsDNA-Antikörper ist die native doppelsträngige DNA des Zellkerns. In der Regel erfassen die dsDNA-Antikörper auch denaturierte einzelsträngige DNA (ssDNA). In diesem Fall liegt das Epitop innerhalb der Nukleinsäurenkette. Nur selten ist das Epitop ausschließlich gegen Konformationsepitope der Doppelstrang-DNA gerichtet, die in der Einzelstrang-DNA nicht enthalten sind.

siehe auch: ssDNA-Antikörper

3 Labormedizin

3.1 Indikation

Wenn ein Verdacht auf SLE besteht und der ANA-Titer negativ ausfällt, kann die Bestimmung von dsDNA-Antikörpern indiziert sein. Bei positivem ANA-Titer und entsprechendem Fluoreszenzmuster kann der Nachweis von dsDNA-Antikörpern zur Diagnosesicherung dienen. Auch im Rahmen anderer Kollagenosen und Autoimmunerkrankungen kann die Bestimmung von dsDNA-Antikörpern sinnvoll sein.

3.2 Material

Zum Nachweis von dsDNA-Antikörpern wird 1 ml Serum benötigt.

3.3 Methodik

Die Bestimmung des DsDNA-Antikörper-Titers kann entweder mittels Enzymimmunoassay oder Crithidia-luciliae-Immunfluoreszenz erfolgen. Bei Crithidia luciliae handelt es sich um einen begeißelten Einzeller, der ein dsDNA-haltiges Riesenmitochondrium (Kinetoplast) besitzt. Ausschließlich dsDNA-Antikörper reagieren mit dem Kinetoplasten.

3.4 Referenzbereich

Im Normalfall sollte der Antikörpertiter < 10 betragen.

3.5 Erhöhte Werte

Erhöhte Antikörper-Titer treten besonders bei SLE-Patienten auf. Jedoch lassen sich auch im Rahmen anderer Kollagenosen dsDNA-Antikörper nachweisen.

4 Diagnostische Bedeutung

DsDNA-Antikörper lassen sich bei ca. 90 % der Patienten mit SLE nachweisen. Sie sind hochspezifisch und der Antikörpertiter korreliert stark positiv mit der Krankheitsaktivität. Besonders der Nachweis hochavider dsDNA-Antikörper scheint mit renalen Manifestationen des SLE assoziert zu sein.

Der Nachweis von dsDNA-Antikörpern erfüllt ein eigenständiges ACR/EULAR-Diagnosekriterium des Lupus erythematodes.

5 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 08.07.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 17. Dezember 2021 um 21:58 Uhr bearbeitet.

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