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Dent-Krankheit

nach dem britischen Biochemiker Charles E. Dent (1911-1976)
Synonyme: Dent-Syndrom, Morbus Dent
Englisch: Dent's disease

1. Definition

Die Dent-Krankheit ist eine seltene X-chromosomal-rezessiv vererbte, monogene Nierentubulopathie. Sie ist durch eine proximale Tubulusdysfunktion mit Proteinurie, Hyperkalziurie, Nephrolithiasis, Nephrokalzinose und progressivem Nierenversagen gekennzeichnet.

2. Einteilung

Die Dent-Krankheit wird in drei Subtypen unterschieden:

3. Epidemiologie

Die Dent-Krankheit betrifft meist nur Männer und manifestiert sich bereits im frühen Kindesalter. Konduktorinnen haben i.d.R. eine leichte Proteinurie und können im Verlauf eine leichte Niereninsuffizienz entwickeln. Die Erkrankung ist sehr variabel und unterscheidet sich auch innerhalb von Familien.

4. Klinik

Die Dent-Krankheit ist durch eine Fehlfunktion der proximalen Tubuli und eine Proteinurie mit niedrigem Molekulargewicht gekennzeichnet. Zusätzlich können folgende Symptome auftreten:

In einigen Fällen ist eine Assoziation mit dem Fanconi-Syndrom beschrieben.

5. Diagnostik

Die Diagnose basiert auf labordiagnostischen, radiologischen und klinischen Untersuchungen. Sie wird durch einen molekulargenetischen Nachweis einer Mutation im CLCN5- oder OCRL1-Gen bestätigt.

6. Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch sollte u.a. an eine primäre Hyperoxalurie, eine familiäre Hypomagnesiämie mit Hyperkalziurie und Nephrokalzinose sowie an eine Zystinurie gedacht werden.

7. Therapie

Die Therapie ist primär symptomatisch und supportiv. Sie zielt darauf ab, einer Nephrolithiasis vorzubeugen, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen und bestehende chronische Nierenerkrankungen zu behandeln. Eine langfristige Versorgung mit einer citrathaltigen Ernährung oder entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Bei der Gabe von Vitamin D zur Behandlung einer Rachitis ist jedoch Vorsicht geboten, da es die Hyperkalziurie verstärken und somit das Risiko einer Nephrokalzinose erhöhen kann.

8. Prognose

In den meisten Fällen kommt es zwischen dem dritten und fünften Lebensjahrzehnt bei betroffenen Männern zu einer terminalen Niereninsuffizienz. Transplantierte Nieren sind nicht mehr betroffen.

9. Quellen

Stichworte: Eponym, Seltene Erkrankung
Fachgebiete: Nephrologie

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14.02.2025, 09:49
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