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CTX-M

Synonym: CTX-M-Betalaktamase
Englisch: CTX-M beta-lactamase

1 Definition

Die CTX-M-Betalaktamasen sind eine genetisch verwandte Gruppe von Betalaktamasen mit erweitertem Spektrum (ESBL). Es handelt sich dabei um Serinproteasen der Klasse A nach Ambler. Die Bezeichnung CTX-M ist ein Akronym, es steht für die phänotypische Resistenz gegenüber Cefotaxim (CTX) und M für den Ort der Erstisolierung: München.

2 Resistenzmuster

CTX-M Betalaktamasen hydrolysieren Penicilline und Cephalosporine, auch die der 3. und 4. Generation. Cefotaxim und Ceftriaxon werden grundsätzlich gespalten, die Resistenz gegenüber Ceftazidim ist schwächer ausgeprägt und variabel. Wie bei allen Betalaktamasen der Klasse A nach Ambler lassen sich die CTX-M Enzyme in vitro durch Beta-Laktamase-Inhibitoren hemmen.

3 Phylogenetik

Mindestens 123 CTX-M Varianten sind beschrieben. Diese lassen sich in sechs große phylogenetische Cluster einteilen. Als Ursprung eines jeden Clusters gelten unterschiedliche Kluyvera spp., z.B. Kluyvera cryocrescens für CTX-M1 oder Kluyvera ascorbata für CTX-M2.

Bei Kluyvera handelt es sich um gramnegative Stäbchen aus der Familie der Enterobacteriaceae. Als Umweltkeim und Darmkommensale haben sie kaum klinische Relevanz. Die blaCTX-M-Gene finden sich bei dieser Gattung im bakteriellen Chromosom. Es ist anzunehmen, dass in Folge des zunehmenden Selektionsdruck durch Antibiotikatherapie die Resistenzgene moblisiert wurden und als Plasmide oder Transposons an andere Bakteriengattungen weitergegeben wurden.[1]

4 Epidemiologie

4.1 Weltweit

Global betrachtet, sind CTX-M-Betalaktamasen heute (2015) dominant unter den ESBL.
Zehn Jahre nach ihrer Erstbeschreibung Ende der 1980er stieg die Anzahl von CTX-M-Isolaten exponentiell an. Dabei verdrängten CTX-M-Betalaktamasen andere ESBL-Genotypen wie SHV und TEM weltweit zunehmend. Es ist davon auszugehen, dass hierfür die Zunahme internationaler Flugreisen und des internationalen Warenverkehr mitverantwortlich war.

Eine regionale Häufung bestimmter Subtypen ist zu beobachten. Während in den Mittelmeeranrainerstaaten der CTX-M9-Typ vorherrscht, findet sich in Südamerika und Japan hauptsächlich der Genotyp CTX-M2. Weltweit verbreitet hat sich der CTX-M15 Typ der auch die USA und Deutschland dominiert. [2] [1]

4.2 Deutschland

Auch in Deutschland sind CTX-M Enzyme die häufigsten ESBL bei Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae und haben andere Genotypen weitestgehend verdrängt. 2011 fanden sich bei ESBL-bildenden E. coli in 95,7% der nosokomialen Isolate eine CTX-M Betalaktamase. Die dominierenden Subtypen waren hier CTX-M 15 (49,2%) und CTX-M 1 (38,8%).[3]

5 Quellen

  1. 1,0 1,1 Cantón R. et al. CTX-M enzymes: origin and diffusion. Front Microbiol; 2012
  2. Cantón R et al. The CTX-M beta-lactamase pandemic. Curr Opin Microbiol; 2006
  3. Pfeifer Y et al. Aktuelle Daten und Trends zur β-Lactam-Resistenz bei gramnegativen Infektionserregern. Bundesgesundheitsbl; 2012

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