Brombeere
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LoslegenSynonyme: Brambeere, Kratzbeere, Rubus fruticosus, Rubi fruticosi folium, Folia Rubi fruticosi, Brombeerblatt
von lateinisch: Rubus - rot, fruticosus/frutex - Strauch
von althochdeutsch: bramo/bräme - Dornstrauch
Definition
Die Echte Brombeere ist eine Arzneipflanze aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Arzneilich verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten, getrockneten Laubblätter (Rubi fruticosi folium), die aufgrund ihres Gerbstoffgehalts adstringierend wirken.
Botanik
Der Brombeerstrauch ist ein bis 3 m hoher, stacheliger Strauch mit drei- bis fünfteiligen Fiederblättern. Die Blätter sind unterseits behaart und besitzen eine bestachelte Mittelrippe. Die weißen bis blassrosa Blüten stehen in reichblütigen, rispigen Blütenständen an den Seitentrieben. Die Früchte sind in unreifem Zustand rot und reifen über purpurrot zu schwarzen Sammelsteinfrüchten heran. Im Unterschied zur Himbeere bleiben die Einzelsteinfrüchte beim Pflücken mit der saftig werdenden Fruchtachse verbunden. Die Brombeere ist in den gemäßigten Zonen weltweit verbreitet, in Europa und Asien teils einheimisch, teils eingebürgert.
Arzneidroge
Das Medikament "Rubi fruticosi folium" besteht aus den zur Blütezeit gesammelten, getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblättern. Die Qualitätsanforderungen sind im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC) sowie in der Pharmacopée française (PF) festgelegt; gefordert wird ein Mindestgehalt an Gerbstoffen von 4 %.
Inhaltsstoffe
Brombeerblätter enthalten:
- Gerbstoffe (etwa 5–14 %), insbesondere hydrolysierbare Gerbstoffe vom Typ der Gallo- und Ellagitannine
- Flavonoide
- Vitamin C
- Schleimstoffe
- geringe Mengen ätherisches Öl
- organische Säuren wie Citronen- und Isocitronensäure
Wirkprofil
Die Wirkung der Droge beruht im Wesentlichen auf den enthaltenen Gerbstoffen. Diese fällen Proteine der oberflächlichen Schleimhautschicht und bilden eine adstringierende Membran, die mechanisch und entzündungshemmend wirkt sowie das weitere Eindringen von Reizstoffen vermindert.
Indikationen
Innere Anwendung
Nach der Monographie der Kommission E werden Brombeerblätter bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen eingesetzt.
Äußere Anwendung
Die Kommission E nennt die äußere Anwendung bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Traditionell findet die Droge zudem in Gurgellösungen und Waschungen bei Hautausschlägen Verwendung.
Volksmedizinische Anwendung
In der Volksheilkunde wurden Brombeerblätter früher auch bei übermäßiger Menstruation, Weißfluss sowie zur sogenannten Blutreinigung verwendet. Eine klinische Evidenz hierfür liegt nicht vor.
Zubereitungen
- Teeaufguss aus geschnittener Droge, häufig in Teemischungen (z.B. Magentees, Haustees, NRF-Rezepturen)
- Mundspülung und Gurgellösung aus dem Aufguss
- Bestandteil fermentierter Blattmischungen als koffeinfreier Haus- bzw. Frühstückstee
Regulatorische Einordnung
Kontraindikationen
Für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird die Anwendung mangels belastbarer Daten nicht empfohlen.
Trivia
Nach Fermentation werden Brombeerblätter als koffeinfreier Ersatz für schwarzen Tee genutzt und sind Bestandteil verschiedener Teesorten.
Blätter und Früchte des Brombeerstrauchs werden bereits in den hippokratischen Schriften erwähnt und dienten dort der Behandlung von eiternden und leicht blutenden Geschwüren.
Literatur
- Teuscher et al., Biogene Arzneimittel – Lehrbuch der Pharmazeutischen Biologie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2020
- Melzig et al., Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Springer Nature, 2023
- Schilcher, Leitfaden Phytotherapie, Elsevier, 2016