Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Blut-Harn-Schranke

Englisch: blood-urine-barrier

1 Definition

Die Blut-Harn-Schranke ist die Filtrationsschranke innerhalb der Glomeruli der Niere.

2 Histologie

Die Blut-Harn-Schranke hat einen dreischichtigen Aufbau. Sie besteht aus

2.1 Fenestriertes Endothel

Das Endothel der Glomeruluskapillaren bildet die erste Schicht der Blut-Harn-Schranke. Es verfügt über zwei selektivitätsfilternde Mechanismen:

2.2 Glomeruläre Basalmembran

Bei der glomerulären Basalmembran handelt es sich um die verschmolzenen Basallaminae der Podozyten und des Endothels, welche sich in 3 Schichten (Lamina rara externa, Lamina densa und Lamina rara interna) unterteilen lässt. Sie ist die Hauptbarriere des glomerulären Filters. Sie verbindet mittels Adhäsionsproteinen das Glomerulusendothel mit dem darunterliegenden viszeralen Blatt der Bowman-Kapsel. Durch ihr dicht gewebtes Maschenwerk stellt sie eine mechanische Filterbarriere dar. Proteoglykane, insbesondere Heparansulfat verleihen ihr zudem eine fixe negative Ladung. Sie ist undurchlässig für Moleküle über 200 kDa.

2.3 Viszerales Blatt der Bowman-Kapsel

Das dem Lumen der Bowman-Kapsel zugewandte viszerale Blatt wird von Podozyten gebildet. Diese begrenzen durch ihre zytoplasmatischen Fortsätze (Primär- und Sekundärfortsätze) die Zellzwischenräume auf 25 nm. Ein die Zellzwischenräume durchspannendes proteinerges Schlitzdiaphragma verkleinert die Porengröße auf 4-5 nm und ist undurchlässig für Moleküle, die schwerer als 50 kDa sind. Manche Quellen sehen diese Grenze auch bei 70 kDa.

3 Filterfunktion

Die Blut-Harn-Schranke ermöglicht eine Selektivität der filtrierten molekularen Bestandteile. Aufgrund der Filterdichte (Porengöße) und ihrer anionischen Ladung ist sie impermeabel für Blutzellen, Makromoleküle und anionische Moleküle (z.B. Albumine).

4 Störung der Blut-Harn-Schranke

In Folge entzündlicher Prozesse (Glomerulonephritis) der Glomeruluskapillaren kann es zu einer Insuffizienz der Blut-Harn-Schranke mit Verlust der negativen Ladungseigenschaften und Porenvergrößerung kommen. Makromoleküle können unabhängig von ihrem Molekülradius und ihrer Ladung die Membran passieren. Es kommt zur Hämaturie und Albuminurie mit typischen Symptomkomplexen (nephrotisches Syndrom, nephritisches Syndrom).

siehe auch: Glomerulonephritis

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

17 Wertungen (2.82 ø)

45.094 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: