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Bilhämie

von lateinisch: "bilis" - Galle und altgriechisch: αἷμα ("haima") - Blut
Englisch: bilhemia, bilemia

1. Definition

Als Bilhämie bezeichnet man einen Übertritt von Gallenbestandteilen wie Gallensäuren, konjugiertem Bilirubin oder alkalischer Phosphatase ins Blut. Das Krankheitsbild kann zu einem Kreislaufschock führen und ist mit einer hohen Letalität assoziiert.

Die Bilhämie ist von der Hämobilie abzugrenzen, bei der Blut in die Gallenwege übertritt.

2. Epidemiologie

Eine Bilhämie ist sehr selten, sodass nur wenige Fallberichte vorliegen.

3. Ätiologie

Der Bilhämie liegen abnorme Verbindungen zwischen dem Gallengangssystem und dem venösen Niederdrucksystem (biliovenöse Fistel) zugrunde. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Fistel zur Vena portae hepatis oder zu einer der Venae hepaticae handeln. Mögliche Ursachen dafür sind beispielsweise:

4. Pathophysiologie

Vorraussetzung für die Entstehung einer Bilhämie ist ein Druckgradient zwischen dem Gallengang- und dem Gefäßsystem: durch den niedrigen zentralvenösen bzw. portalvenösem Druck entsteht ein Unterdruck, der die Gallenflüssigkeit in den Blutkreislauf zieht. Eine Hämobilie liegt hingegen typischerweise in Verbindung mit arteriobiliären Fisteln vor.

Die Pathogenese des als Komplikation der Bilhämie auftretenden Kreislaufschocks ist bislang (2023) nicht vollständig geklärt. Als mögliche Faktoren gelten sowohl eine Bakterieneinschwemmung mit konsekutiver Sepsis als auch die Bildung von biliären Mikrothromben.

5. Klinik

Es zeigt sich ein sich rasch entwickelnder, schwerer Ikterus. Im Verlauf kann es zum Schock mit letalem Ausgang kommen.

6. Diagnostik

In der labormedizinischen Untersuchung findet sich ein massiver Anstieg von:

Die Transaminasen sind typischerweise normwertig oder bei zugrundeliegendem Lebertrauma ggf. erhöht.

Zum Nachweis einer ursächlichen Fistel können Sonografie, CT oder ERC verwendet werden.

7. Therapie

Bei einem Gallenstau sollte eine Gallendrainage erfolgen, um einen weiteren Übertritt zu verhindern. Die Fistel kann operativ verschlossen werden, ein spontaner Verschluss unter konservativer Therapie ist jedoch ebenfalls beschrieben worden.[1]

8. Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Reimund et al.: Die Bilhämie — Eine seltene Komplikation nach schwerster Leberruptur. Langenbecks Archiv für Chirurgie, 1990
  2. Antebi, et al: Bilemia: an unusual complication of bile ducts stones. Annals of Surgery, 1973
Fachgebiete: Gastroenterologie

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21.03.2024, 08:51
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