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Bartonella-Endokarditis

1 Definition

Eine Bartonella-Endokarditis ist eine bakterielle Entzündung des Endokards (Endokarditis), die durch Bartonellen hervorgerufen wird.

2 Epidemiologie

Die Bartonella-Endokardiits tritt weltweit auf, wobei meist erwachsene Männer betroffen sind. Risikofaktoren sind:

  • Obdachlosigkeit, Alkoholismus, Kleiderlausbefall (Bartonella quintana)
  • Katzenkontant (Bartonella henselae)

3 Ätiologie

Bartonella spp. sind neben Coxiella burnetii die häufigsten Erreger bei kulturnegativer Endokarditis. Neben Bartonella quintana und Bartonella henselae wurden selten auch andere Arten nachgewiesen.

Bei Bartonella henselae haben die Patienten meist bereits eine Valvulopathie, während Bartonella quintana eher normale Klappen infiziert. In ca. 60 % d.F. ist die Aortenklappe befallen.

4 Klinik

Die Symptome einer Bartonella-Endokardiits sind typisch für eine subakute Endokarditis: Es tritt ein prolongierter Verlauf mit niedrigem Fieber und leichten, unspezifischen Symptomen für Wochen bis Monate auf. Selten führen Bartonella zu einer akut verlaufenden Endokarditis.

5 Diagnostik

Eine Bartonella-Endokarditis sollte immer in Betracht gezogen werden, wenn eine kulturnegative, subakute Endokarditis vorliegt und Katzenkontakte bestehen bzw. Risikofaktoren für eine Bartonella-quintana-Infektion bestehen. In der Echokardiographie lassen sich häufig Vegetationen nachweisen.

In diesem Fall sollte ein Erregernachweis angestrebt werden, jedoch sind die Blutkulturen selbst durch Spezialverfahren nur in 25 % d.F. positiv. Dabei ist auf eine längere Inkubationszeit (bis 6 Wochen) zu achten.

Serologische Untersuchungen zeigen meist hohe IgG-Titer gegen Bartonella. Eine Differenzierung zwischen B. quintana und B. henselae ist nicht möglich. Außerdem besteht eine niedrigtitrige Kreuzreaktivität mit Coxiella burnetii und Chlamydophila spp. Der Nachweis der Spezies erfolgt daher durch eine PCR-Untersuchung von Klappengewebe.

5.1 Therapie

Bei Verdacht auf eine kulturnegative Endokarditis durch Bartonella erfolgt eine kalkulierte Antibiotikatherapie mit:

  • Gentamicin (1-3 mg/kgKG/d i.v. alle 8 h für mind. 14 Tage)
  • Doxycyclin (2 x 100 mg/d p.o./i.v. für 6 Wochen bis zu 6 Monate)
  • Ceftriaxon (2 g/d i.v. für 6 Wochen): deckt andere mögliche Erreger der kulturnegativen Endokarditis ab (z.B. Mitglieder der HACEK-Gruppe). Nach Diagnosesicherung kann Ceftriaxon abgesetzt werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

In etwa 60 % d.F. ist eine Herzklappenoperation notwendig.

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Fachgebiete: Kardiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Mai 2021 um 17:12 Uhr bearbeitet.

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