Aumolertinib
Handelsname: Aumseqa®
Definition
Aumolertinib ist ein oraler Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) der dritten Generation, der selektiv den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) hemmt. Er gehört demnach in die Gruppe der EGFR-Inhibitoren. Der Wirkstoff wird zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms (NSCLC) eingesetzt.
Wirkmechanismus
Aumolertinib bindet selektiv und irreversibel an mutierte Formen des EGFR, insbesondere Exon-19-Deletionen, die Punktmutation L858R sowie die Resistenzmutation T790M. Durch die Hemmung der autophosphorylierenden Tyrosinkinaseaktivität wird die nachgeschaltete Signaltransduktion (u.a. PI3K/AKT- und MAPK-Signalwege) unterbrochen. Der Wirkstoff hemmt die Zellproliferation und damit das Tumorwachstum, darüber hinaus induziert er die Apoptose der Tumorzellen. Die Aktivität gegenüber dem Wildtyp-EGFR ist vergleichsweise gering, was das Auftreten von Nebenwirkungen reduziert.
Indikationen
- Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit EGFR-sensitivierenden Mutationen (Exon-19-Deletion oder L858R)
- Zweitlinienbehandlung bei Patienten mit bestätigter T790M-Mutation nach Progress unter vorheriger EGFR-TKI-Therapie
Darreichungsform
Aumolertinib ist als Filmtablette mit einer Dosis von 55 mg zur oralen Anwendung verfügbar.
Nebenwirkungen
Zu den häufig berichteten unerwünschten Wirkungen zählen:
- Exanthem
- Pruritus
- Diarrhoe
- Stomatitis
- Erhöhte Transaminasen
- CK-Erhöhung
- Leukopenie
Zulassung
Die europäische Arzneimittelagentur gab im Dezember 2025 eine positive Stellungnahme ab, sodass die Zulassung in Europa im Frühjahr 2026 erwartet wird.
Quelle
- Gelbe Liste: Aumseqa (Aumolertinib): Neue Optionen für EGFR-mutiertes NSCLC. Zuletzt abgerufen am 17.12.2025