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Hinterfußwurzelgelenk (Veterinärmedizin)

(Weitergeleitet von Articulatio tarsi (Veterinärmedizin))

Synonyme: Sprunggelenk, Articulatio tarsi, Tarsalgelenk

1 Definition

Als Hinterfußwurzelgelenk bzw. Articulatio tarsi bezeichnet man bei den Haussäugetieren die Gelenke zwischen Unterschenkel, Fußwurzelknochen und Mittelfußknochen.

2 Anatomie

Das Hinterfußwurzelgelenk ist ein komplex zusammengesetztes Gelenk (Articulatio composita), das aus mehreren Knochenebenen besteht. Die verschiedenen Ebenen treten unterschiedlich miteinander in Artikulation und weisen dementsprechend verschiedene Beweglichkeiten auf.

2.1 Knochen

Das Gelenk besteht aus verschiedenen Teilgelenken, wobei folgende Knochen in gelenkiger Verbindung stehen:

2.2 Teilgelenke

Die einzelnen Gelenke des Hinterfußwurzelgelenks werden von proximal nach distal besprochen, wobei jeweils ihr Gelenktypus und die artikulierenden Knochen inkl. Gelenkflächen (bei den klinisch relevanten Gelenken) aufgelistet werden:

  • Articulatio tarsocruralis (Ginglymus, einachsig):
    • Talus: Trochlea tali
    • Calcaneus: Facies articularis malleolaris
    • Tibia: Cochlea tibiae
    • Fibula: Facies articularis malleoli

2.3 Mechanik

Die Normalstellung liegt zwischen 130-150° und lässt eine Flexions- bzw. Extensionsbewegung in horizontal-transversal verlaufender Achse zu.

Beim Pferd liegt das Hinterfußwurzegelenk in besonderer Stellung vor, da es aufgrund seiner anatomischen Form ein Schnappgelenk ist. Beim Wiederkäuer und Schwein ist dagegen eine zusätzliche Beweglichkeit im Articulatio talocalcaneocentralis und Articulatio talocalcanea möglich. Beim Fleischfresser sind außerdem geringe Seitwärts- und Drehbewegungen in der Art. talocalcaneocentralis möglich.

2.4 Bandapparat

Die Bänder des Hinterfußwurzelgelenks können in drei Gruppen gegliedert werden:

  • Seitenbänder:
    • Ligamentacollateralia mediale
    • Ligamenta collateralia laterale
  • Fußwurzel-Mittelfußbänder

Bänder zwischen den Tarsal- und Metatarsalknochen, die keine genauere Betrachtung verdienen, da sie tierartlich sehr variabel ausgeprägt sind und keine klinische Relevanz aufweisen.

3 Klinik

Das Tarsokruralgelenk kann in der dorsomedialen Aussackung punktiert werden. Je nach Füllungsstand des Gelenks kann man die Aussackungen sogar durch die Haut sehen. Um eine Differenzialdiagnose durchführen zu können, kann die Gelenkflüssigkeit durch Druck auf die dorsale Aussackung in die plantare Aussackung gedrückt werden und umgekehrt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Kreuzgalle.

Man kann beim Pferd zudem das distale Intertarsalgelenk und die Tarsometatarsalgelenke punktieren. Um das distale Intertarsalgelenk zu erreichen, sollte medial am Sprunggelenk zwischen dem Os tarsi centrale und dem Os tarsi tertium punktiert werden. Damit das Tarsometatarsalgelenk punktiert werden kann, sollte die Kanüle lateral im Gelenkspalt zwischen dem Os tarsale quartum und dem Griffelbeinköpfchen eingeführt werden.

4 Literatur

  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, and Uwe Gille, eds. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2015
  • Messner, Patrick, Renkin, Maria. Anatomie des aktiven & passiven Bewegungsapparates der Haussäugetiere. Band II (Arthrologie). Vienna Academic Press, 2016

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