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Synovia

(Weitergeleitet von Gelenkflüssigkeit)

von lateinisch: ovum - Ei und syn- - mit, wie, zusammen
Synonyme: Synovialflüssigkeit, Gelenkflüssigkeit, "Gelenkschmiere"
Englisch: synovial fluid

1. Definition

Die Synovia ist eine in Gelenken, Schleimbeuteln und Sehnenscheiden enthaltene visköse Flüssigkeit.

2. Zusammensetzung

Die durch Punktion eines gesunden Gelenks gewonnene Synovia erscheint als visköse, klare, leicht gelbliche Flüssigkeit mit thixotropen Eigenschaften. Der pH-Wert liegt zwischen 7 und 7,8.

Die Synovia ist ein Dialysat des Blutplasmas und hat in etwa die gleiche Elektrolytzusammensetzung. In ihr finden sich zahlreiche Plasmaproteine bzw. -enzyme mit einem Molekulargewicht von weniger als 100.000 Dalton, z.B. saure Phosphatase und Laktatdehydrogenase. Sie enthält zusätzlich von den Zellen der Membrana synovialis sezernierte Muzine, allen voran Hyaluronsäure. Letztere ist für die Viskosität der Synovia verantwortlich.

Der Anteil zellulärer Elemente ist in der normalen Synovia sehr gering und schwankt zwischen 0 und einigen hundert Zellen pro mm3. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Lymphozyten.

3. Physiologie

Die Synovia hat 2 wichtige Funktionen:

  • Sie setzt als natürliches Schmiermittel die im Rahmen der Gelenkbewegung auftretende Reibung herab (Lubrikation).
  • Sie dient durch den Transport von Glukose und anderen Substanzen der Ernährung des gefäßlosen Gelenkknorpels (hyaliner Knorpel).

Das Volumen der Synovia ist von Gelenk zu Gelenk verschieden.

4. Pathologie

Veränderungen in Menge und Zusammensetzung der Synovia spielen eine wichtige Rolle bei der Pathogenese der Arthrose. Diagnostisch werden Veränderungen der Synovia durch die Synovialanalyse festgestellt. In der nachfolgenden Tabelle sind charakteristische Veränderungen der Synovia bei verschiedenen entzündlichen und nicht entzündlichen Erkrankungen aufgelistet.

Erkrankung Farbe, Trübung Viskosität Zellzahl (n/L) Granulozyten (%) Gesamtprotein (g/L) Sonstiges
keine strohgelb, klar hoch < 200 < 10 < 20
nichtentzündliche Erkrankungen
Trauma strohgelb, evtl. blutig,

klar/trüb

hoch < 2000 < 10 20–30
Arthrose strohgelb, klar hoch < 2000 < 10 20–30 Ca-Phosphat-Kristalle
entzündliche Erkrankung
Spondylitis ankylosans gelb, klar 1.000–5.000 ca. 50 30–40
Reaktive Arthritis gelb, leicht trüb 1.000–5.000 < 50 20–40
Rheumatoide Arthritis gelbgrün, trüb ↓↓ 5.000–50.000 > 75 40–60 Ca-Phosphat-Kristalle
Septische Arthritis graugelb, trüb ↓↓ > 20.000 > 90 40–60 positiver Bakteriennachweis, Ca-Phosphat-Kristalle
Psoriasisarthritis gelbgrün, trüb > 5.000 60–80 30–50
Gicht gelb, trüb > 5.000 > 75 30–50 Harnsäure ↑, Urat-Kristalle
Chondrokalzinose gelb, trüb 1.000–5.000 > 50 30–40 Ca-Pyrophosphat-Kristalle
Kollagenose strohgelb,

klar/trüb

5.000–10.000 < 50 30–40 Ca-Phosphat-Kristalle

5. Quellen

  • Gressner und Arndt, Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik, 3. Auflage, Springer, 2019
Fachgebiete: Histologie

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