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Amblyomma

von altgriechisch: amblys - stumpf; omma - Auge

1 Definition

Als Amblyomma bezeichnet man eine Zecken-Gattung innerhalb der Schildzecken (Ixodidae).

2 Taxonomie

3 Morphologie

Amblyomma-Arten sind mittelgroße bis große Zecken (vollgesogen bis zu 25 mm), die durch ihre besonders lang ausgebildeten Mundteile gekennzeichnet sind. Die Zecken besitzen deutliche Augen, das Chitinschild zeigt eine auffällige Zeichnung (Ornamente).

4 Verbreitung

Die Gattung Amblyomma besteht aus etwa 140 Arten, wovon die meisten in Afrika südlich der Sahara und in der Neuen Welt in tropischen oder subtropischen, humiden Regionen vorkommen. Ein Europa ist die Zecke nicht heimisch.

5 Vertreter

Die wichtigsten Vertreter der Gattung Amblyomma sind:

6 Entwicklung

Amblyomma-Arten sind 3-wirtige Zecken. Der Entwicklungszyklus durchläuft folgendes Schema:

  • Boden: EiLarve → 1. Wirt
  • 1. Wirt: Larve → Boden
  • Boden: Larve → Nymphe → 2. Wirt
  • 2. Wirt: Nymphe → Boden
  • Boden: Nymphe → Adultus → 3. Wirt
  • 3. Wirt: Adultus → Boden
  • Boden: Eiablage der Weibchen

7 Wirtsspektrum

Die Parasiten befallen viele verschiedene Säugetiere, Vögel und Reptilien und manchmal sogar auch Amphibien. In Afrika sowie südlich der Sahara infestieren sie bevorzugt Rinder, Schafe und Ziegen. In Südamerika ist die Zecke oftmals auch an Pferden zu finden.

Menschen werden meist von Larven und Nymphen auf Rinderweiden befallen.

8 Erreger

Amblyomma-Arten können als Vektoren verschiedene Krankheitserreger auf Menschen und Tiere übertragen, wie etwa Rickettsia rickettsii (Rocky-Mountains-Fleckfieber), Francisella tularensis (Tularämie), Anaplasma spp. (Anaplasmose) und Ehrlichia ruminantium (Ehrlichiose).

9 Klinik

Ein starker Befall führt meist zu schmerzhaften Hautläsionen, die mit Entzündungen, Nekrosen, Ulzerationen, Granulomen und Blutungen einhergehen. Es kommt zu einer starken Beeinträchtigung der Milch- und Fleischleistung und die Lederqualität wird stark vermindert. Amblyomma cajennense stellt in Südamerika eine große Plage für Pferde dar, die an den anhaltenden, umfangreichen und äußerst schmerzhaften Hautläsionen erheblich leiden.

Menschen werden bevorzugt von Nymphen befallen, die durch ihren Stich heftigen Juckreiz und Nekrosen verursachen. Es kann Monate dauern, bis die Symptome abklingen und die Stiche vollständig ausheilen.

10 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.
  • Schnieder, Thomas (Herausgeber), Boch, Josef, Supperer, Rudolf (Begründer). Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2005.
  • Ambylomma, Wikipedia; abgerufen am 26.05.2019

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Mai 2019 um 21:29 Uhr bearbeitet.

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