Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Afrikanisches Zeckenbissfieber

Englisch: african tick bite fever

1 Definition

Das afrikanische Zeckenbissfieber ist eine Rickettsiose, die durch Infektion mit dem Bakterium Rickettsia africae entsteht.

2 Epidemiologie

Übertragen wird Rickettsiae africae überwiegend durch Zecken wie Amblyomma hebraeum und Amblyomma variegatum. Vieh oder Wildtiere (Ein- und Paarhufer) bilden das Erregerreservoir. Das afrikanische Zeckenbissfieber kommt vor allem in ländlichen Gebieten der Subsahara und auf den karibischen Inseln vor. Aufgrund des Tourismus in den Endemiegebieten ist das afrikanische Zeckenbissfieber die am häufigsten nach Europa und Nordamerika eingeschleppte Rickettsiose.

3 Klinisches Bild

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 4 bis 10 Tage. Typische Symptome sind:

Exantheme können ein vesikuläres Erscheinungsbild besitzen oder auch komplett fehlen.

Meist verläuft die Erkrankung gutartig. Komplikationen können ein prolongiertes Fieber über 3 Wochen oder eine reaktive Arthritis darstellen. Bisher sind keine Todesfälle beschrieben.

4 Diagnostik

Neben Berücksichtigung von epidemiologischen Daten sollte nach einem zurückliegenden Zeckenbiss gefragt werden. Bei Vorliegen entsprechender Symptome kann die Diagnose durch serologische Testverfahren gesichert werden: Beweisend ist der zweifache Nachweis von IgM bzw. IgG-Antikörpern mittels ELISA oder indirekter Immunfluoreszenz aus dem Serum im Abstand von 3 Wochen. Die Serologie weist jedoch nur Antigene nach, die bei allen Rickettsien auftreten können. Eine genaue Zuordnung zu einer bestimmten Erregerspezies ermöglicht sie nicht.

Darüber hinaus können Hautbiopsien mittels PCR auf Rickettsien-DNA untersucht werden. Eine kulturelle Anzucht erfordert Speziallaboratorien der Sicherheitsstufe 3. Rickettsien zeigen zwar einen gramnegativen Zellwandaufbau, lassen sich aber diagnostishh durch eine Gramfärbung nicht darstellen.

5 Differenzialdiagnosen

Eine ähnliche Erkrankung wird durch die nahe verwandte Spezies Rickettsia parkeri hervorgerufen und von Ambylomma maculatum in den USA und Ambylomma triste in Südamerika übertragen.

Weiterhin existieren in anderen geographischen Regionen gleichartige Erkrankungen, z.B.

6 Therapie

Die Behandlung erfolgt bei entsprechendem Verdacht mit Doxycyclin für 1 bis 5 Tage in einer Dosierung von 2 x 100 mg/d. Alternativ kann Chloramphenicol für 7 bis 10 Tage in einer Dosierung von 4 x 500 mg/d eingesetzt werden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

24 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: