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Ameisensäure

(Weitergeleitet von Acidum formicum)

Synonyme: Methansäure (IUPAC-Name), Acidum formicum, Formylsäure, Formalinsäure u.a.
Handelsnamen: Heweformica®, Formasan®, Regasinum antallergicum® u.a.
Englisch: formic acid, methanoic acid

1 Definition

Die Ameisensäure ist eine farblose, gesättigte Carbonsäure mit ätzenden Eigenschaften. Sie ist die einfachste Carbonsäure. Der Wirkstoff kommt in der Naturheilkunde als sogenanntes Umstimmungsmittel zum Einsatz.

2 Eigenschaften

Ameisensäure ist bei Zimmertemperatur eine farblose, stark stechend riechende Flüssigkeit, die in Wasser löslich ist. Der Schmelzpunkt liegt bei 8 °C, der Siedepunkt bei 101 °C. Die Summenformel lautet CH2O2. Das Molekulargewicht beträgt 46,03 g/mol, die Dichte liegt bei 1,22 g/cm3

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3 Hintergrund

Die tierische und pflanzliche Substanz kommt in der Natur als Giftsekret der Ameisen, Skorpione und Bienen sowie in den Haaren der Brennnesseln vor. Bereits im 17. Jahrhundert gelang es dem britischen Naturforscher John Ray, aus der Waldameise durch Destillation Ameisensäure zu gewinnen. Ameisensäure wird unter anderem zum Desinfizieren von Wein- und Bierfässern verwendet. In der Textil- und Lederindustrie werden die Salze (Formiate) zum Imprägnieren, Beizen und Entkalken eingesetzt. Als Lebensmittelzusatzstoff E 236 wird Ameisensäure zur Konservierung von Fruchtsäften benutzt.

Ameisensäure wird zu medizinischen Zwecken größtenteils synthetisch hergestellt. Die synthetisch produzierte Ameisensäure wird als Acidum formicicum bezeichnet, während man den aus Ameisen hergestellten Wirkstoff Formica rufa nennt. Ameisensäure reizt Augen und Schleimhäute und führt zu Verätzungen und Blasenbildungen auf der Haut.

4 Indikationen

Ameisensäure wird zur Besserung der Beschwerden bei rheumatischen sowie allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma bronchiale, Hauterkrankungen bzw. Ekzemen verabreicht. Darüber hinaus wird sie als Externum zur Behandlung von Warzen angewendet.

5 Applikationsformen

Der Wirkstoff wird oral, subkutan oder intramuskulär in Form von Tabletten, Tropfen sowie als Mischung, flüssige Verdünnung zur Injektion oder Injektionslösung appliziert.

6 Wirkung

Die Ameisensäure wirkt ätzend, soll jedoch auch antiallergische Eigenschaften aufweisen.

7 Nebenwirkungen

  • Allergische Reaktionen: Erytheme, Hautreizungen

8 Kontraindikationen

9 Labormedizin

9.1 Material

Die Ameisensäure kann in 10 ml Spontanurin bestimmt werden.

9.2 Referenzbereich

  • 2-30 mg/dl

9.3 Hinweis

Bei der Ameisensäure handelt es sich um einen Metaboliten von Formaldehyd und Methanol.

10 Quellen

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 31.01.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 31. Januar 2021 um 18:46 Uhr bearbeitet.

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