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Anabolikum

1 Definition

Anabolika ist der Oberbegriff für eine Reihe von Arzneistoffen, die zur Beschleunigung des Aufbaus von fettfreier Körpermasse (Muskelmasse) angewendet werden. Sie bewirken eine positive Stickstoffbilanz und stellen damit eine Stoffwechsellage her, die den Muskelaufbau fördert.

Anabolika werden in der Humanmedizin u.a. bei muskelschwachen und kachektischen Patienten eingesetzt. Bekannter sind sie durch ihre unerlaubte Verwendung im Leistungssport und beim Bodybuilding. Darüber hinaus nützt man sie in der Viehzucht.

2 Wirkungen

Die in der Regel wichtigste gewünschte Wirkung ist die künstliche Hochregulation der körpereigenen Proteinbiosynthese, was den Aufbau von Muskelmasse stark beschleunigt. Das Körpergewicht kann durch die Einnahme von Anabolika ansteigen, was zum einen auf den Zugewinn an Muskelmasse zurückzuführen ist, zum anderen durch die teils signifikante Wassereinlagerung im Körper. Der gewichtssteigernde Effekt dieser Präparate wird z.T. durch Verlust an Fettsubstanz wieder kompensiert. Gemeinsam ist allen Anabolika, dass ihr Wirkungsmechanismus zu einer positiven Stickstoffbilanz im Organismus führt, welche sich ebenfalls günstig auf einen Zugewinn an Muskelmasse auswirkt.

3 Wirkstoffklassen

4 Anwendungsgebiete

In der Humanmedizin verwendet man Anabolika vor allem im Rahmen der Therapie des hormonell bedingten Minderwuchses. Weitere mögliche Indikationen sind Anorexie, Kachexie, Osteoporose oder Muskeldystrophie.

Eine vielfache, illegale Anwendung finden Anabolika in einigen Sportarten. Insbesondere in der Bodybuildingszene sind sie ein ebenso beliebtes, wie gefährliches Hilfsmittel bei dem Wunsch, schnellstmöglich und mit überschaubarem Aufwand ein Maximum an Muskelzuwachs zu erlangen.

In der Viehzucht werden in einigen Ländern Anabolika verarbeitet, um die Fleischmenge zu steigern. Diese Praxis ist umstritten.

5 Anwendung

6 Präparate

7 Nebenwirkungen

Unsachgemäß als Doping verwendet, führen praktisch alle Anabolika zu teils erheblichen Nebenwirkungen. Das genaue Nebenwirkungsspektrum ist substanzabhängig.

Bei Steroidmissbrauch kommt es bereits kurze Zeit nach Beginn der Einnahme zu deutlich sichtbaren Hautveränderungen (Steroidakne). Hinzu kommt eine Veränderung der Stoffwechsellage, die im allgemeinem dem Metabolischen Syndrom ähnelt: Das HDL-Cholesterin sinkt ab, während das schädliche LDL deutlich ansteigt. Die Gefahr der Ausbildung eines Diabetes mellitus ist erhöht. Ferner kann es zu Herzrhythmusstörungen, Tachykardie und starker Hypertonie kommen.

Das Herz beginnt zu hypertrophieren und langfristig steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Impotenz, Hodenatrophie, Klitoriswachstum und Gynäkomastie kommen besonders bei Applikation von Testosteron-ähnlichen Substanzen vor, da der Organismus die körpereigene Testosteronsynthese herunterfährt. Weiterhin steigt das Krebsrisiko und es kommt zu Schädigungen an Leber und Niere.

Fachgebiete: Sportmedizin

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