Synonym: Leukozytopenie
Englisch: leukopenia, leukocytopenia
Unter einer Leukopenie versteht man eine gegenüber der Norm verminderte Anzahl von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut. Der untere Grenzwert liegt bei etwa 4.000 Zellen pro Mikroliter Blut.
Das Gegenteil der Leukopenie ist die Leukozytose.
Je nachdem welche Zellfraktion der Leukozyten vermindert ist, kann man weiter differenzieren in:
Zu einer Leukopenie kommt es, wenn die Neubildung der Leukozyten beeinträchtigt ist (z.B. bei Knochenmarkserkrankungen) oder ein erhöhter Verbrauch besteht (z.B. bei Infektionskrankheiten).
Eine Leukopenie kann bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen auftreten. Dazu zählen:
Ein weitere klinisch relevante Ursache sind Medikamente. Leukopenien können hier erwartet (bei Chemotherapie), aber auch unerwartet auftreten. Als Auslöser medikamentös induzierter Leukopenien kommen zum Beispiel in Frage:
Patienten mit Leukopenie weisen eine erhöhte Infektanfälligkeit auf - vor allem gegenüber bakteriellen Erregern. Die Symptome sind davon abhängig, ob eine akute oder chronische Leukopenie vorliegt.
Die Therapie richtet sich nach der auslösenden Ursache. Um die erhöhte Infektanfälligkeit von Patienten mit Leukopenie zu kompensieren, erfolgt ein Abschirmung des Patienten durch Gabe von Antibiotika und ggf. Antimykotika. Die erniedrigten Leukozytenzahlen können medikamentös durch Gabe von rekombinantem G-CSF (z.B. Lenograstim) erhöht werden. Allerdings spricht nur ein Teil der Leukopenien (z.B. nach Zytostatikatherapie) auf G-CSF an.
Die temporäre Steigerung der Granulozytenzahl durch Transfusion von Granulozytenkonzentraten konnte in verschiedenen klinischen Studien keine eindeutige Verbesserung der Prognose belegen und wird zur Zeit (2007) nur im Rahmen experimenteller Behandlungen schwerster Leukopenien eingesetzt.


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