Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Agranulozytose

(Weitergeleitet von Allergische Agranulozytose)

Englisch: agranulocytosis

1 Definition

Als Agranulozytose wird ein vollständiger bzw. nahezu vollständiger Mangel an Granulozyten im Blut bezeichnet.

2 Hintergrund

Die Agranulozytose ist die schwerste Form einer Granulozytopenie. Bei ihr kommt es zu einer Verminderung der Granulozyten auf unter 500 Zellen/µl Blut.

3 Ursache

Die häufigste Ursache einer Agranulozytose sind Unverträglichkeitsreaktionen auf Medikamente. Man spricht dann deshalb auch von einer allergischen Agranulozytose. Dazu zählen zum Beispiel:

Auch durch die Einnahme von Zytostatika kann es zu einer Agranulozytose kommen. Dies beruht aber nicht auf einer Überempfindlichkeit, sondern ist durch die proliferationshemmende Wirkung der Medikamente bedingt (toxische Agranulozytose).

Als weitere Ursache einer Agranulozytose kommen Störung der Blutbildung im Knochenmark (Osteomyelofibrose) in Frage.

4 Symptome

Als typisch gilt die Trias aus: Fieber (Schüttelfrost), Angina tonsillaris und Stomatitis aphthosa.

5 Therapie

Als kausale Therapie ist ein sofortiges Absetzen aller potentiell auslösenden Medikamente angezeigt. Die Patienten müssen aufgrund ihres supprimierten Immunsystems isoliert und vor Infektionen geschützt werden.

Bei Fieber ist eine Erregersicherung und evtl. die Gabe von Breitbandantibiotika indiziert. In schweren Fällen (Granulozytenzahlen unter 200/μl) kann die Gabe von Granulozyten-Wachstumsfaktoren (G-CSF, GM-CSF) diskutiert werden.

6 Prognose

Bei adäquater Isolation und Infektionsschutz sowie Beherrschung septischer Komplikationen erfolgt meist eine Erholung der Granulozytenzahl in ein bis zwei Wochen.

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