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Ureter

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(Weitergeleitet von Harnleiter)

Synonym: Harnleiter
Englisch: ureter

1. Definition [bearbeiten]

Die Ureteren oder Harnleiter sind paarig angelegte, muskuläre Hohlorgane des Urogenitalsystems, welche den Sekundärharn aus dem Nierenbecken zur Harnblase transportieren.

2. Anatomie [bearbeiten]

Die beiden Ureteren sind etwa 25 bis 30 cm lang und besitzen einen Durchmesser zwischen 4 und 7 mm. Sie beginnen im Nierenbecken, verlassen die Niere durch das Hilum und enden in der Harnblase. Man teilt sie in zwei ungefähr gleich lange Teilstrecken ein:

  • Pars abdominalis (Bauchteil): Der Abschnitt, der an der hinteren Bauchwand von der Niere bis zur Linea terminalis läuft.
  • Pars pelvina (Beckenteil): Der Abschnitt, der von der Linea terminalis bis zur Harnblase läuft.

2.1. Verlauf [bearbeiten]

Die Ureteren laufen im Retroperitonealraum von der Niere aus am lateralen Rand des Musculus psoas major abwärts. Sie unterkreuzen die Arteriae testiculares bzw, ovaricae. Auf der rechten Seite überkreuzt der rechte Ureter anschließend die Vasa iliacae externae und unterkreuzt die Radix mesenterii, auf der linken Seite überkreuzt der linke Ureter die Vasa iliaca communes. Dann ziehen beide jeweils unter der Arteria uterina bzw. dem Ductus deferens hindurch, bevor sie an den beiden Ureterostien - etwa 4 cm voneinander entfernt - in die Harnblase münden. Dort durchqueren sie schräg die Wand der Harnblase und enden an deren Innenseite. Dieser intramurale Verlauf der Ureteren und ihre Verankerung im Muskelmantel der Harnblase bilden ein Ventilsystem, das den Rückfluss (Reflux) des Urins in Richtung der Nieren verhindert. Die Ureteren zeichnen sich in der Harnblasenschleimhaut als konvergierende Aufwerfungen (Columnae uretericae) ab, die sich kaudal als feine, querverlaufende Falte (Plica ureterica) fortsetzen. Sie bilden die Begrenzung des Harnblasendreiecks (Trigonum vesicae).

2.2. Kreuzungen [bearbeiten]

Die Ureteren unterkreuzen beim Mann die Vasa testicularia und den Ductus deferens bzw. bei der Frau die Vasa ovarica und die Arteria uterina (im Ligamentum latum). Sie überkreuzen rechts die Arteria iliaca externa und links die Arteria iliaca communis.

2.3. Ureterengen [bearbeiten]

Man unterscheidet drei physiologische Engstellen im Verlauf des Ureters:

  • Obere Ureterenge: Übergang vom Nierenbecken zum Ureter
  • Mittlere Ureterenge: Überkreuzung der Arteria iliaca externa bzw. communis
  • Untere Ureterenge: Durchtritt durch die Wand der Harnblase.

2.4. Blutgefäße [bearbeiten]

Die Versorgung des Ureters erfolgt durch kleine Äste der großen Arterien in der Umgebung. Beteiligt sind:

3. Histologie [bearbeiten]

Das Lumen der Ureteren ist mit Urothel ausgekleidet, das einer dünnen Bindegewebeschicht aufsitzt; die daran angrenzende Längs- und Quermuskelschicht ermöglicht die Peristaltik. Nach außen hin sind die Ureteren von Bindegewebe eingehüllt und weisen zum Peritoneum einen Überzug aus Mesothel auf. Dieser Aufbau entspricht histologisch drei Schichten:

4. Physiologie [bearbeiten]

Die Ureteren transportieren den Harn nicht kontinuierlich vom Nierenbecken in die Harnblase, sondern durch wellenförmige Peristaltikbewegungen. Die periodischen Kontraktionen beginnen am Nierenbecken und laufen ungefähr alle 20-25 Sekunden ab. Der Ureter ist also kein passives, offenes "Abflussrohr", sondern nimmt den Urin in kleinen Portionen durch Relaxation seiner Wandmuskulatur auf. Durch anschließende Kontraktion wird der Harn dann aktiv nach kaudal befördert.

5. Klinik [bearbeiten]

Klinisch relevant sind Harnsteine, die in den Nierenkelchen oder im Nierenbecken entstehen. Sie bleiben meist in einer der oben genannten Engstellen des Ureters stecken und werden deshalb auch Uretersteine genannt.

Der Ureter versucht durch aktive Kontraktion seiner Wand, den Stein wieder loszuwerden, was zu sehr heftigen Schmerzen, der so genannten Nierenkolik, führt. Nachweisen kann man das per Röntgen und CT. Therapeutisch können Uretersteine "ausgespült" oder mittels Stoßwellenzertrümmerung oder einer Harnleiterschlinge beseitigt werden.

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