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Ödem

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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von griechisch: οιδημα (eudima) - Schwellung
Synonym: "Wasseransammlung" (umgangsspr.)
Englisch: edema

1. Definition [bearbeiten]

Als Ödem bezeichnet man den Austritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem und deren Ansammlung im interstitiellen Raum.

Im klinischen Alltag bezeichnet man mit dem Begriff "Ödem" vor allem als Schwellung des Gewebes wahrnehmbare Flüssigkeitsansammlungen in der Subkutis (Anasarka) oder Flüssigkeitsansammlungen in bestimmten Organen (beispielsweise Lungenödem, Hirnödem).

2. Pathophysiologie [bearbeiten]

Der Austritt von Flüssigkeit in den interstitiellen Raum unterliegt den Gesetzmäßigkeiten der Starling-Gleichung. Er hängt im wesentlichen vom hydrostatischen Druck in den Blutkapillaren und von der Differenz des onkotischen Drucks zwischen den Kapillaren und dem interstitiellem Raum ab.

Hydrostatischer und onkotischer Druck wirken dabei gegensinnig: Der hydrostatische Druck bewirkt einen Austritt von Wasser in das Interstitium, der onkotische Druck bindet das Wasser in den Kapillaren. Normalerweise befinden sich beide Kräfte fast im Gleichgewicht, so dass nur ein kleiner Teil des intravasalen Flüssigkeitsvolumens ins Interstitium entweicht und dort von den Lymphgefäßen eingesammelt wird.

Ein Ödem kann sich unter folgenden Umständen bilden:

  • erhöhter hydrostatischer Druck in den Kapillaren (Hydrostatisches Ödem)
  • erniedrigter onkotischer Druck in den Kapillaren (Kolloidosmotisches Ödem)
  • erhöhter onkotischer Druck außerhalb der Kapillaren

Als weiterer Faktor spielen die semipermeablen Eigenschaften der Kapillarwand eine wichtige Rolle. Vergrößert sie ihre Durchlässigkeit, kann ebenfalls ein Ödem entstehen.

3. Einteilung [bearbeiten]

3.1. ...nach Pathogenese [bearbeiten]

  • Proteinarmes Ödem (Transsudat)
    • Kolloidosmotisches Ödem: Fehlende Wiederaufnahme von Gewebsflüssigkeit im venösen Schenkel des Gefäßsystems durch die Erniedrigung des onkotischen Gefäßdrucks
    • Hydrostatisches Ödem: Verstärkte Filtration von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem ins umgebende Gewebe durch die Erhöhung des hydrostatischen Gefäßdrucks oder die Zunahme des Blutvolumens
    • Mechanisches Ödem: Abflussbehinderung der filtrierten Gewebsflüssigkeit durch das Lymphsystem
  • Proteinreiches Ödem (Exsudat)
    • Entzündliches Ödem: Zunahme der Gefäßpermeabilität durch entzündungsbedingte Mediatorsubstanzen

3.2. ...nach Lokalisation [bearbeiten]

3.3. ...nach Verlauf [bearbeiten]

  • akutes Ödem
  • chronisches Ödem

4. Spezielle Ödemformen [bearbeiten]

5. Ursachen [bearbeiten]

Die möglichen Ursachen für Ödeme sind vielfältig. Unter anderem kommen in Frage:

5.1. Ursachen für generalisierte Ödeme [bearbeiten]

5.2. Ursachen für regionale Ödeme [bearbeiten]

6. Klinik [bearbeiten]

Die durch Ödeme verursachten Symptome hängen vom betroffenen Körperabschnitt bzw. Organ ab. Abgesehen von lokalen Ödemen werden Ödeme erst klinisch manifest, wenn mindestens 2,5 bis 3 Liter Flüssigkeit in den Körper eingelagert sind. An den Extremitäten machen sich Ödeme vor allem als schmerzlose Schwellungen bemerkbar, die zu einer Umfangsvermehrung des betroffenen Bereichs und ggf. zu einem Spannungsgefühl führen.

Bei der einfachen körperlichen Untersuchung werden vor allem sicht- oder palpierbare Ödeme der unteren Extremität oder - bei bettlägerigen Patienten - der dorsalen Beckenregion erfasst. Dazu zählen u.a.:

Mit der Auskultation und Perkussion der Lunge oder bildgebenden Verfahren (Röntgenuntersuchung) lassen sich Lungenödeme erfassen.

7. Verlauf [bearbeiten]

Wenn die auslösende Ursache beseitigt wird, bilden sich akute Ödeme vollständig und ohne bleibende Schäden zurück. Chronische Ödeme können hingegen zu dauerhaften Veränderungen des Gewebes führen. z.B. zu trophischen Störungen wie Induration, Hyperkeratose, Hyperpigmentierung oder Ulzerationen.

8. Therapie [bearbeiten]

Die Behandlung von Ödemen - die so genannte antiödematöse Therapie - richtet sich nach der auslösenden Ursache. Generalisierte Ödeme werden häufig medikamentös behandelt, z.B. durch Diuretika. Bei regionalen Ödemen im Bereich der Beine stellen Kompressionsstrümpfe eine häufig angewendete Behandlungsform dar.

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Autor(en):
Länge: 20:35 min
Sprache: deutsch
© Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG

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