Melatonin: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 10. August 2017, 12:12 Uhr
Chemische Bezeichnung: N-Acetyl-5-methoxytryptamin
Englisch: melatonin
Definition
Melatonin ist als Derivat des Tryptophans ein biogenes Amin, das in der Glandula pinealis aus Serotonin synthetisiert wird. Es wird zu den Neurotransmittern gezählt.
Chemie
Melatonin hat die Summenformel C13H16N2O2 und eine molare Masse von 232,28 g/mol.
Physiologie
Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers auf der Basis eines komplexen Schaltkreises zwischen Epiphyse und Schrittmacherzellen im Nucleus suprachiasmaticus des Hypothalamus. Melatonin wird fast ausschließlich nachts produziert, Tageslicht hemmt die Melatoninsynthese.
Melatoninrezeptoren befinden sich neben dem Hypothalamus in den thermoregulatorischen Zellen des Hirnstamms, in zerebralen Blutgefäßen und in einigen Zellen des Immunsystems.
Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit von oral aufgenommenem Melatonin liegt bei circa 15 %. Der Metabolismus erfolgt über die Cytochrom P450-Enzyme CYP1A2 und CYP2C19. Es liegt ein ausgeprägter First-Pass-Effekt vor. Die Tmax wird nach 3 Stunden erreicht. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt 3,5-4 h bei retardierten Formulierungen und nur 20 min bei nicht-retardierten Arzneimitteln. Die Elimination erfolgt weitgehend renal.
Klinik
Melatoninhaltige Medikamente kommen in der Therapie bestimmter Schlafstörungen zum Einsatz. Dyssomnien, die mit einer Störung des zirkadianen Rhythmus einhergehen, sprechen am besten auf Melatoningabe an. Dazu zählen Jetlag, Schichtarbeit und sonstige Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus.
Nebenwirkungen
Bei der kurzzeitigen Einnahme von Melatonin treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Vereinzelt werden Symptome wie Schläfrigkeit und Konzentrationsstörungen beobachtet. Da das Hormon den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, kann dieser negativ beeinträchtigt werden.
Wechelwirkungen
Um Wechselwirkungen zu vermeiden, sollte Melatonin nicht zusammen mit Antiepileptika, Antidepressiva oder Antikoagulantien eingenommen werden.
Gegenanzeigen
Trivia
Vor allem in den USA gilt Melatonin als "Wundermittel" und wird u.a. gegen Krebserkrankungen sowie kardiovaskuläre Erkrankungen eingesetzt. Als Wirkrationale werden z.B. mögliche antioxidative Eigenschaften des Hormons angeführt. Die Substanz ist in den USA in vielen Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Viele der Wirkungen, die Melatonin zugeschrieben werden, sind derzeit (2015) nicht durch klinische Studien belegt.