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Vulvaekzem (Hund)

Synonyme: Perivulväres Ekzem, perivulväre Dermatitis, Vulvadermatitis

1 Definition

Ein Vulvaekzem ist eine Hautfaltendermatitis (Intertrigo) beim Hund, die sich in perivulvären Falten bildet und häufig nur chirurgisch behandelt werden kann.

2 Ätiologie

Vulvaekzeme betreffen vor allem adipöse Weibchen oder Hündinnen mit infantilen und eingesunkenen Vulven.

3 Pathogenese

Durch die verstärkte Faltenbildung im perivulvären Bereich reibt sich die Haut durch den ständigen Kontakt wund. Die Falten werden schlecht belüftet und es entwickelt sich ein feucht-warmes Milieu. Zusätzlich sammeln sich Urin und Vaginalsekrete in den Falten an, was zu einer Reizung der Haut führt. Unbehandelt entwickelt sich eine oberflächliche Dermatitis, die sich in schweren Fällen zu einer Pyodermie verschlimmern kann.

Durch den chronischen Reiz entwickelt sich oft eine Vaginitis und/oder Harnwegsinfektion mit Harninkontinenz und Pollakisurie.

4 Klinik

Die klinischen Symptome hängen vom Schweregrad der Faltenbildung, der damit einhergehenden Dermatitis und den Begleiterkrankungen (z.B. Vaginitis oder Harnwegsinfektion) ab.

Durch die Dermatitis verströmen betroffene Hunde einen üblen Geruch und leiden unter perinealem Schmerz. Die Vaginalschleimhaut ist entzündet und deutlich gerötet. Aufgrund der Harnwegsinfektion kommt es zu Harninkontinenz und zu einem gestörten Harnabsatz (vermehrte und kleine Mengen Harn).

5 Differenzialdiagnose

Es muss vor allem eine Harnwegsinfektion anderer Genese ausgeschlossen werden.

6 Diagnose

Die Diagnose kann aufgrund der typischen Symptomatik in den meisten Fällen adspektorisch gestellt werden. In unklaren Fällen ist eine umfangreiche Abklärung der Harnwegserkrankung indiziert (z.B. Zytologie und Bakteriologie einer Harnprobe, Ultraschalluntersuchung der Harnblase u.ä.).

7 Therapie

Aufgrund der Rezidivneigung kann meistens nur eine operative Entfernung der Hautfalten empfohlen werden (Episioplastik). Hierbei werden die überschüssigen Falten exzidiert und die Wundränder so adaptierend vernäht, dass keine Spannungen entstehen.

Um Wundheilungsstörungen zu vermeiden, ist vor der chirurgischen Korrektur eine bestehende Hautfaltenpyodermie zu behandeln (lokale Therapie u.ä.).

8 Prognose

Bei adäquater Therapie und postoperativer Nachsorge (Schutz vor Automutilation, penible Hygienemaßnahmen, lokale Maßnahmen zur Förderung der Wundheilung) ist die Prognose gut.

9 Literatur

  • Fossum TW. 2007. Chirurgie der Kleintiere. 2. Auflage. München: Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag. ISBN: 978-3-437-57091-9

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Juli 2021 um 17:36 Uhr bearbeitet.

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