Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Vorhofthrombus

1 Definition

Als Vorhofthrombus werden Thromben bezeichnet, die sich im Vorhof des Herzens bilden - bevorzugt im linken Vorhof.

2 Ätiologie

Vorhofthromben treten meistens im Rahmen eines Vorhofflimmerns auf, wenn durch die unkoordinierten Kontraktionen des Vorhofes eine Stase entsteht und die Thrombose begünstigt wird.

Das Auftreten von Vorhofthromben ist eine gefürchtete Komplikation des Vorhofflimmerns. Wenn sich ganze Thromben oder Thrombusteile von der Wand des Vorhofs lösen, können sie zu einem akuten arteriellen Verschluss führen. Mögliche Folgen sind dann:

Seltenere Ursachen eines Vorhofthrombus sind unter anderem der Folgezustand einer hochgradigen Mitralstenose mit Dilatation des linken Vorhofs und raumfordernde Prozesse wie beispielsweise Myxome.

3 Diagnostik

Vor einer eventuell geplanten Kardioversion bei Vorhofflimmern sollte ein Vorhofthrombus ausgeschlossen werden. Andernfalls kann die resynchronisierte Vorhofaktion eine mechanische Lösung des Thrombus und entsprechende Komplikationen (Embolie) verursachen. Meist benötigt man dazu eine transösophageale Echokardiographie (TEE), da ein "beliebter" Prädilektionsort das Vorhofohr ist, welches nur in der TEE sicher beurteilt werden kann. Manchmal sind große Thromben jedoch auch in der transthorakalen Echokardiographie (TTE) erkennbar.

Oft kann man auch so genannte Spontanechos beobachten, die wie Nebelschwaden durch Vorhof und Ventrikel ziehen und ein Warnhinweis für eine vermehrte Koagulationsbereitschaft des Blutes sind.

4 Therapeutisches Vorgehen

Die Entstehung von Vorhofthromben lässt sich am besten mit Cumarin-Derivaten (z.B. Warfarin) verhindern, welche vor einer Kardioversion über mindestens 4 Wochen eingesetzt werden sollten.

Gelingt der Ausschluss von Vorhofthromben in der TEE und fehlen Spontanechos, kann unter Prophylaxe mit niedermolekularen Heparinen eine schnelle Kardioversion nach 1-2 Wochen angestrebt werden.

ASS in höherer Dosierung wird gelegentlich als - schlechte - Kompromiss-Alternative zu Cumarin-Derivaten verwendet, wenn Kontraindikationen für Cumarine vorliegen. Sie sind aber bei weitem nicht so effektiv in der Verhinderung thromboembolischer Komplikationen wie Cumarine.

Fachgebiete: Kardiologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

5 Wertungen (3.2 ø)

19.047 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: