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Volumensubstitution

Synonyme: Volumenersatz, Volumentherapie, Volumenersatztherapie, "Volumengabe"
Englisch: volume replacement

1 Definition

Als Volumensubstitution bezeichnet man therapeutische Maßnahmen, die auf den Ausgleich verloren gegangener Körperflüssigkeit zielen, z.B. bei Diarrhö, Hypovolämie oder Schock.

2 Hintergrund

Bei der Volumensubstitution werden je nach Indikation intravenös bzw. intravasal zugeführt:

Elektrolytlösungen verteilen sich eher im interstitiellen Raum und werden daher hauptsächlich angewendet, um interstitielle Flüssigkeitsdefizite auszugleichen. Um 1 ml Plasmaverlust auszugleichen, muss man ca. 4 ml Elektrolytlösung zuführen. Kolloidale Lösungen hingegen sind onkotisch wirksam und ermöglichen einen schnellen Volumenersatz bei akuten intravasalen Flüssigkeitsverlusten.

3 Indikation

Die Art der Volumensubstitution hängt auch vom Umfang des Blutverlustes ab:

  • Blutverlust bis 15% des Blutvolumens: Es reicht meist eine alleinige Vollelektrolytgabe aus.
  • bis 30%: Man sollte zusätzlich künstliche Kolloide geben.
  • ab 40%: Es müssen Erythrozytenkonzentrate gegeben werden, um fehlende Sauerstoffträger zu ersetzen.
  • über 60%: Bei größeren Blutverlusten sollte man außerdem GFP, Thrombozytenkonzentrate oder gegebenenfalls einzelne Gerinnungsfaktoren geben, damit eine Gerinnung möglich bleibt.

4 Flüssigkeitsbedarf

Der Flüssigkeitsbedarf ergibt sich aus der Formel:

  • Flüssigkeitsbedarf = Erhaltungsbedarf + Defizitausgleich

Zur näherungsweisen Berechnung des Erhaltungsbedarfs kann bei Kindern und Erwachsenen die 4-2-1-Regel angewendet werden:

  • erste 10 kgKG - 4 ml/kgKG/h
  • zweite 10 kgKG - 2 ml/kgKG/h
  • jedes weitere kgKG - 1 ml/kgKG/h

Daraus ergibt sich für ein 15 kg schweres Kleinkind beispielsweise ein Erhaltungsbedarf von 50 ml/h. Bei Fieber steigt der Flüssigkeitsbedarf pro °C Körpertemperatur um etwa 10 % an. Diese Mengen müssen zusätzlich gegeben werden.

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