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Tritrichomonose (Katze)

1 Definition

Als Tritrichomonose bezeichnet man bei der Katze eine Erkrankung, die durch den Erreger Tritrichomonas foetus ausgelöst wird und durch chronische Diarrhö gekennzeichnet ist.

2 Ätiologie

Tritrichomonas foetus ist ein Protozoon aus der Familie der Trichomonadidae. Tritrichomonas foetus gilt auch als Erreger der Deckseuche (Trichomonadenseuche) beim Rind. Die Isolate aus Katzen unterscheiden sich jedoch molekular und biologisch geringfügig von Tritrichomonas foetus bei Rindern.

3 Epidemiologie

Die Entwicklung des Erregers erfolgt ohne Zwischenwirte. Es treten - im Gegensatz zu Giardia spp. - keine infektiösen Dauerstadien in der Umgebung auf. Die Trophozoiten sind in der Umwelt labil und werden über Schmierinfektionen entweder direkt von Katze zu Katze oder bei Kontakt zu Kot übertragen. Durch Zweiteilung der Trophozoiten kann sich der Erreger sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm vermehren. Die Ausscheidung erfolgt intermittierend.

Die Prävalenz gilt grundsätzlich als niedrig, jedoch kann die Erkrankung insbesondere in größeren Katzengruppen (z.B. Zuchten oder Tierheimen) von Bedeutung sein. Meist sind Katzen unter einem Lebensjahr betroffen.

4 Klinik

Die Patienten können verschiedene Symptome aufweisen, untere anderem:

5 Diagnostik

Der Erreger kann mittels PCR in einer Kotprobe nachgewiesen werden. Alternativ stellt die Anzüchtung in einer Kultur eine Möglichkeit dar. Dazu wird eine kleine Menge frischer Kot (etwa 0,5-1 ml) in das Kultursystem verbracht und inkubiert. In den folgenden fünf Tagen ist dann die Vermehrung des Erregers zu beobachten.

Ein Nachweis der birnenförmigen Trophozoiten im direkten Kotausstrich ist zwar möglich, jedoch nicht besonders sensitiv. Die Sensitivität jeglicher Diagnostik kann durch die Verwendung von Sammelkotproben aus einem Zeitraum von 3-5 Tagen erhöht werden.

6 Therapie

Mittel der Wahl zur Behandlung ist Ronidazol. Das Medikament ist jedoch für diese Indikation nicht zugelassen und muss daher entsprechend umgewidmet werden. Da es häufig zu Nebenwirkungen (z.B. neurologische Symptome) kommen kann, ist eine Überwachung der Patienten anzuraten.

Insbesondere in größeren Katzengruppen sind alle Kontakttiere auf den Erreger zu testen und bei einem positiven Ergebnis zu isolieren und zu behandeln.

7 Quellen

  • Schmidt V, Horzinek MC (Begr.), Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2015. Krankheiten der Katze. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG. ISBN: 978-3-8304-1242-7.
  • Laboklin. Tritrichomonas foetus (Zugriff: 11.03.2021)

Diese Seite wurde zuletzt am 13. März 2021 um 16:03 Uhr bearbeitet.

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