Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Trachom

(Weitergeleitet von Trachomatöse Einschlusskonjunktivitis)

Synonyme: Konjunktivitis granulosa trachomatosa, trachomatöse Einschlusskonjunktivitis, ägyptische Körnerkrankheit
Englisch: trachoma

1 Definition

Das Trachom ist eine chronisch-follikuläre Bindehautentzündung (Konjunktivitis), hervorgerufen durch den Erreger Chlamydia trachomatis (Serotyp A, B, Ba, C), bei der es durch wiederholte Entzündungen zu Bindehautvernarbung, Trichiasis ("Einwärtswachsen" der Wimpern) und schließlich Hornhauttrübung (durch Scheuern der Wimpern auf der Hornhautoberfläche) und Blindheit kommt.

2 Epidemiologie

Das Trachom bildet mit ca. 500 Millionen Erkrankten die häufigste Augenerkrankung weltweit, 6 Millionen Menschen sind daran erblindet. Kinder bilden das Hauptreservoir. In hyperendemischen Gebieten besteht oft ein Durchseuchungsgrad von größer 99%. Die Erkrankung findet sich vor allem in Gegenden mit trockenheißem Klima und ist an Armut, hohe Bevölkerungsdichte und Wasserknappheit gebunden. In den Industriestaaten findet sich diese Erkrankung nur sehr selten. Die Erkrankung ist meldepflichtig.

Die WHO hat es sich zum Ziel erklärt, im Rahmen von VISION 2020 das Trachom bis 2020 auszurotten.

3 Übertragung

Die Übertragung erfolgt meist durch Schmierinfektion (z.B. durch gemeinsame Benutzung von Handtüchern). Daneben ist eine Übertragung durch Fliegen beschrieben.

4 Klinisches Bild

Das Trachom wird nach McCallan in vier Stadien eingeteilt. Die Erkrankung hat eine Inkubationszeit von 5-10 Tagen und beginnt meist im frühen Kindesalter.

Stadium Symptome
McCallan I beidseitige, unspezifische Bindehautreizung mit Fremdkörpergefühl, seröser Sekretion und Epiphora
McCallan II gelblich-weiße, avaskuläre, leicht erhabene Lymphfollikel an der tarsalen Bindehaut des Oberlids (rauher Aspekt), Ptosis trachomatosa, Pannus trachomatosus
McCallan III Einschmelzen und Platzen der Lymphfollikel, Beginn der Narbenbildung
McCallan IV Narbenentropium, Trichiasis, Hornhauterosionen, Hornhautulzerationen
Endstadium Lagophthalmus (unvollständiger Lidschluss), reduzierter Tränenfluss, porzellanartige Hornhautnarbe

5 Diagnosestellung

Die Diagnose wird klinisch gestellt und kann durch den elektronenmikroskopischen Nachweis von Halberstädter-Prowazek-Einschlusskörperchen gestützt werden.

6 Differenzialdiagnose

Ein Pannus trachomatosus, gleichzeitig vorhandene frische und eingeschmolzene Follikel und subkonjunktivale Narben grenzen das Trachom gegenüber den oben genannten Differenzialdiagnosen ab.

7 Therapie und Prophylaxe

Das Global Programme for the Elimination of Trachoma fasst Therapie und Prophylaxe des Trachoms in der SAFE-Strategie zusammen:

  • Surgery
  • Antibiotics
  • Facial Cleanliness
  • Environmental Improvement

Chirurgisch wird das Narbenentropium saniert, d.h. die Fehlstellung des Lides korrigiert und dadurch das Scheuern der Wimpern beseitigt. Ferner kann bei stark vernarbter Hornhaut eine Keratoplastik erwogen werden.

Für die lokale antibiotische Therapie eignen sich intrazellulär wirksame Präparate. Gute therapeutische Erfolge zeigen Tetrazykline, Makrolide und Rifampicin. CAVE: Eine Kortikosteroidgabe ist kontraindiziert!

Ein Sauberhalten des Gesichts reduziert die Gefahr von Schmierinfektionen.

Gesundheitsaufklärung und -erziehung zur Verbesserung der Hygiene und die Bereitstellung und Verwendung von sauberem Wasser bilden den vierten Eckpfeiler der SAFE-Strategie.

8 Prognose

Die Prognose ist abhängig vom Krankheitsstadium. In frühen Stadien ist sie hervorragend. Lange Verläufe und häufige Reinfektionen verschlechtern die Prognose. Durch Mutter-Kind-Übertragungen erblinden Frauen häufiger als Männer.

Fachgebiete: Augenheilkunde

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