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Sones-Technik

nach F. Mason Sones (1918 - 1985), US-amerikanischer Kardiologie

1 Definition

Die Sones-Technik beschreibt eine Form der Linksherzkatheteruntersuchung und Lävokardiographie mit einem Zugang über die Armarterie (Arteria brachialis). Bei der Sones-Technik wird ein Katheter für beide Koronararterien verwendet.

2 Geschichte

Die Entdeckung der Sones-Technik beruht ursprünglich auf einem Missgeschick. Sones führte bei einem 26 Jahre alten Patienten eine Koronarangiographie durch, bei der nach damaliger best practice das Kontrastmittel supraaortal injiziert werden sollte. Der Katheter glitt jedoch im Laufe der Untersuchung fälschlicher in die rechte Koronararterie ab und das Kontrastmitel wurde hier freigesetzt. Wider Erwarten kam es dabei zu keinem Kammerflimmern. Sones zog daraus den Schluss, dass die Injektion kleiner Kontrastmittelmengen direkt in die Koronararterie unkritisch sei und läutete damit die Ära der selektiven Koronarangiographie ein.

Die Sones-Technik findet bis heute Anwendung, da hier die Vorteile bestehen, dass potenziell nur ein Katheter genutzt werden muss und der untersuchende Arzt ein besseres "Gefühl" für den Katheter hat.

Mittlerweile nutzen einige Mediziner für die Sones-Technik auch Judkins-Katheter (z.B. die C-förmige Ausführung), da diese seltener zu Komplikationen führen.

3 Durchführung

Die Sones-Technik ist ab der Aorta ascendens etwas komplizierter als bei anderen Zugangsformen. Bei der Sondierung der linken Koronararterie wird der SON-Katheter, sobald dieser im rechtskoronaren Sinus eintritt, soweit umgeschlagen, bis sich eine kranial offene, U-förmige Schleife bildet, die auf das linkskoronare Ostium gerichtet ist.

Um die rechte Koronararterie zu sondieren, muss die Katheterspitze im Uhrzeigersinn gedreht werden, sobald sich in der Aortenwurzel oder alternativ im linken Koronarsinus eine Schleife durch das Vorschieben des Katheters gebildet hat.

Auf dem Weg zu den Koronararterien passiert der vorgeschobene Katheter folgende Gefäße:

4 Katheterformen

Die SON-Katheter I, I.5, II und III gibt es in der Länge 100 cm, während es den SON II auch in der Länge 80 cm gibt. Als Besonderheit gibt es den SON I und II in einer zwei-Loch Ausführung in der Länge von 80 cm.

5 Nachsorge

Um Nachblutungen zu vermeiden, muss nach der Punktion eine sofortige Kompression des Blutgefäßes erfolgen, bei Zugang über die Arteria brachialis kann je nach Umfang des Armes ein großes TR-Band reichen, oder es muss ein Druckverband um den Oberarm angelegt werden. Bei Zugang über die Arteria radialis werden üblicherweise ein, bei Bedarf auch zwei TR-Bänder angelegt. Der betroffene Arm sollte nach der Untersuchung einige Stunden geschont werden.

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