Serratus-anterior-Plane-Block
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Synonyme: SAPB, Serratus-Block, Serratus-plane-Block
Englisch: serratus anterior plane block
Definition
Der Serratus-anterior-Plane-Block, kurz SAPB, ist ein ultraschallgesteuertes Regionalanästhesieverfahren zur Analgesie der seitlichen Brustwand. Dabei wird ein Lokalanästhetikum oberhalb oder unterhalb des Musculus serratus anterior injiziert.
Hintergrund
Der SAPB wurde 2013 erstmals beschrieben. Er gilt als technisch einfachere Alternative zur Paravertebralblockade und zur thorakalen Periduralanästhesie. Die analgetische Wirkung einer einzelnen Injektion hält etwa 6 bis 12 Stunden an. Über einen Katheter kann die Wirkung verlängert werden.
Man unterscheidet zwei Varianten:
- oberflächlicher SAPB: Injektion zwischen Musculus latissimus dorsi und Musculus serratus anterior
- tiefer SAPB: Injektion zwischen Musculus serratus anterior und den Rippen
Anatomie
Durch die Faszienebenen am Musculus serratus anterior ziehen die seitlichen Hautäste (Rami cutanei laterales) der Interkostalnerven. Außerdem verlaufen hier der Nervus thoracicus longus und der Nervus thoracodorsalis. Zwischen Musculus latissimus dorsi und Musculus serratus anterior liegt die Arteria thoracodorsalis.
Indikationen
- Analgesie bei Rippenfrakturen, v.a. bei seitlichen und vorderen Frakturen
- Thoraxchirurgie, z.B. Thorakotomie oder videoassistierte Thorakoskopie (VATS)
- Brustchirurgie
Vorgehen
Der Patient befindet sich in Rücken- oder Seitenlage. Der SAPB wird ultraschallgesteuert in In-Plane-Technik durchgeführt. Verwendet wird meist ein Linearschallkopf.
- die Punktionsstelle wird mit Desinfektionsmittel abgewaschen und steril abgedeckt
- im Bereich der Einstichstelle erfolgt eine Lokalanästhesie
- der Schallkopf wird in der mittleren Axillarlinie auf Höhe der 4. bis 5. Rippe aufgesetzt
- im Ultraschallbild werden der Musculus latissimus dorsi, der Musculus serratus anterior, die Rippen und die Pleura identifiziert
- die Arteria thoracodorsalis wird mit der Farbdopplersonografie dargestellt
- die Kanüle wird bis in die gewünschte Faszienebene oberhalb oder unterhalb des Musculus serratus anterior vorgeschoben
- nach negativer Aspiration wird das Lokalanästhetikum (ca. 20 bis 40 ml, z.B. Ropivacain) fraktioniert injiziert
Komplikationen
- Pneumothorax
- Gefäßpunktion, Hämatom (u.a. Arteria thoracodorsalis)
- Lokalanästhetika-Intoxikation
- Infektion
Kontraindikationen
- Ablehnung durch den Patienten
- Infektion im Bereich der Punktionsstelle
- Allergie gegen Lokalanästhetika
- relative Kontraindikation: Gerinnungsstörungen
siehe auch: ESP-Block, Paravertebralblockade
Quellen
- Blanco R et al. Serratus plane block: a novel ultrasound-guided thoracic wall nerve block. Anaesthesia, 2013
- Jack JM et al. The role of serratus anterior plane and pectoral nerves blocks in cardiac surgery, thoracic surgery and trauma: a qualitative systematic review. Anaesthesia, 2020