Schmerztagebuch
Synonyme: Schmerzprotokoll
Englisch: pain journal
Definition
Ein Schmerztagebuch ist ein Tagebuch zur Dokumentation des zeitlichen Verlaufs von Schmerzen, das vom Patienten geführt wird. Ziel ist es, Schmerzspitzen und mögliche Triggerfaktoren zu identifizieren. Dadurch lässt sich die Schmerztherapie ggf. individuell anpassen und die Wirksamkeit medikamentöser sowie nicht-medikamentöser Behandlungsmaßnahmen besser beurteilen.
Inhalte
Ein Schmerztagebuch sollte folgende Parameter dokumentieren:
Schmerzintensität
Sie wird meist anhand von Likert-Skalen bewertet. Beispiele sind:
- Numerische Ratingskala (NRS) von 0 = kein Schmerz bis 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz
- Visuelle Analogskala (VAS)
- Smiley-Analogskala oder Faces Pain Scale-Revised bei Kindern oder Menschen mit Kommunikationseinschränkungen
Schmerzlokalisation
- Angabe der betroffenen Körperregion, ggf. mithilfe eines Körperschemas
Schmerzqualität
Beschreibung des Schmerzcharakters, z. B. als stechend, brennend, dumpf, ziehend oder pulsierend
Zeitlicher Verlauf
- Beginn der Schmerzen
- Dauer
- Häufigkeit
- tageszeitliche Schwankungen
Begleitfaktoren
- körperliche Aktivität
- Stress
- Schlafqualität
- Ernährung
- Wetterveränderungen
- psychische Belastung
Maßnahmen und Wirkung
- Medikamenteneinnahme
- Ruhezeiten
- Wärme-/Kälteanwendungen
- Bewegung
- Entspannungstechniken
Anwendung
Schmerztagebücher finden hauptsächlich in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzzuständen oder Schmerzsyndromen Anwendung. Das Führen eines Schmerztagebuches soll (nach Instruktion) eigenständig durch den Patienten (z. B. über eine App oder Online-Vorlage) erfolgen.
Limitationen
Als Selbstbeurteilungsinstrument unterliegen Schmerztagebücher einer subjektiven Verzerrung. Die Führung über einen längeren Zeitraum benötigt eine gute Adhärenz des Patienten, die nicht in jedem Fall gegeben ist.