Schlaffragmentierung
Synonyme: Schlaffragmentation
Englisch: sleep fragmentation
Definition
Schlaffragmentierung ist eine Störung der Schlafarchitektur, die durch wiederholte kurzzeitige Wachphasen gekennzeichnet ist und zu einer Unterbrechung kontinuierlicher Schlafphasen führt.
Ätiologie
Die Gründe für Schlaffragmentierung sind vielfältig und lassen sich in endogene und exogene Faktoren unterteilen.
Endogene Ursachen
- Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)
- Restless-Legs-Syndrom (RLS)
- Periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS)
- Schmerz (z.B. bei chronischen Erkrankungen)
- Nykturie
- Refluxkrankheit
- Psychische Erkrankungen (z.B. Depression, Angststörung)
Exogene Ursachen
- Lärm
- Licht
- ungünstige Schlafumgebung
- Medikamente (z.B. Stimulanzien)
- Alkohol- oder Koffeinkonsum
Pathophysiologie
Schlaffragmentierung führt zu einer wiederholten Unterbrechung der physiologischen Schlafarchitektur. Es kommt es zu häufigen Wachphasen bzw. Arousals, die den Anteil an Tiefschlaf und REM-Schlaf reduzieren. Die wiederholte Aktivierung des sympathischen Nervensystems kann langfristig zu einer erhöhten kardiovaskulären Belastung führen.
Klinik
Typische klinische Folgen der Schlaffragmentierung sind Tagesschläfrigkeit sowie eine verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit . Als Begleitsymptime können erhöhte Reizbarkeit und Kopfschmerzen auftreten.
Langfristig kann Schlaffragmentierung mit einem erhöhten Risiko für Hypertonie, Diabetes mellitus und kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert sein.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt abhängig von der vermuteten Ursache. Sie umfasst:
- Anamnese (inkl. Schlafanamnese)
- Polysomnographie (Goldstandard)
- AktigraphieDie Symptomausprägung lässt sich mithilfe standardisierter Fragebögen erfassen (z.B. Epworth Sleepiness Scale).
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und kann medikamentöse sowie apparative Maßnahmen (z.B. CPAP-Therapie) umfassen.