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Arousal

1 Definition

Der Begriff Arousal bezeichnet den allgemeinen Grad der Aktivierung des zentralen Nervensystems, der mit einem erhöhten Sympathikotonus einhergeht. Dieser Zustand ist durch Wachheit, Wachsamkeit, erhöhte Reaktionsbereitschaft oder Aufmerksamkeit charakterisiert, ohne dass die gefühlsmäßige Komponente eine Rolle spielt. Im Schlaf ist das Arousal-Level beispielsweise sehr gering, bei Angst oder in Kampfsituationen ist das Arousal-Level dagegen hoch.

siehe auch: psychomotorisches Arousal

2 Hintergrund

Das Arousal wird durch sensorische Impulse auf die Formatio reticularis ausgelöst. Bei der Formatio reticularis handelt es sich um eine netzartige Anordnung aus grauer und weißer Substanz, die den gesamten Hirnstamm bis zum Rückenmark durchzieht. Wichtig für das Arousal ist aber auch die corticale Stimulation und die Ausschüttung von Adrenalin aus dem Nebennierenmark.

3 Diagnostik

Arousal kann durch ein desynchronisiertes EEG nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich um eine Unterbrechung eines regelmäßigen Rhythmus, was dafür spricht, dass die synchrone Aktivität der kortikalen Zellpopulationen gestört wurde.

4 Pathophysiologie

Von einem Hyperarousal spricht man, wenn eine Übererregung auftritt. Hier kann ein Trauma, aber auch Stress ursächlich sein. Häufige Symptome sind erhöhte Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Schreckhaftigkeit. Nachteilig ist, dass es bei einem zu starken Arousal zu einem Abfall der Leistungsfähigkeit sowohl in körperlicher als auch geistiger Hinsicht kommt (z.B. Denkblockade in der Prüfung bei Übernervosität).

In der Schlafmedizin repräsentiert Arousal die Weckreaktion des Körpers. Bei der Schlafapnoe werden viele Arousals durch Verschiebung der Gaskonzentrationen im Blut verursacht. Der Kohlendioxidgehalt des Blutes steigt während die Sauerstoffgehalt sinkt. Arousals führen zu einem Ende der Atemstillstände und beugen so einer Erstickung vor. Die zahlreichen Weckreaktionen setzen den Körper jedoch unter einen so starken Stress, dass sich der Erholungswert während des Schlafs deutlich reduziert und die Entstehung von Erkrankungen, z.B. des Herz-Kreislauf-Systems, begünstigt werden.

Fachgebiete: Neurologie, Physiologie

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