Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Sacrophagidae

von altgriechisch: σάρξ ("sarx") - Fleisch; φαγεῖν ("phagein") - fressen, essen (Bezug auf die carnivoren Larven)
Synonym: Fleischfliegen
Englisch: flesh flies

1 Definition

Unter Sacrophagidae versteht man eine Taxon der Brachycera (Fliegen).

2 Taxonomie

3 Morphologie

Sacrophagidae sind bis zu 15 mm lange, grauschwarze und teils stark behaarte Fliegen mit leckend-saugenden Mundwerkzeugen. Ihr Habitus ähnelt jenem der Muscidae.

4 Vertreter

Die Familie Sacrophagidae beinhaltet über 2.000 Arten, die in mehr als 400 Gattungen eingeteilt werden können. Die wichtigste Gattung ist Wohlfahrtia, da die Vertreter dieser Gruppe bei verschiedenen Tierarten eine Myiasis verursachen können.

Art Länge Vorkommen
Sarcophaga carnaria 10 bis 14 mm hoarktisch und andere Gebiete
Sarcophaga haemorrhoidalis 10 bis 15 mm weltweit
Wohlfahrtia magnifica 8 bis 14 mm Zentral- und Osteuropa, Mittelmeergebiet, Kleinasien

5 Epidemiologie

Sacrophagidae sind weit verbreitete Fliegen, die sich bevorzugt in der Nähe ihrer Wirte aufhalten. Abhängig von der jeweiligen Art treten sie gehäuft vom Frühjahr bis in den Herbst auf.

6 Entwicklung

Die Entwicklung läuft wie bei den Vertretern der Familie Calliphoridae ab. Die Weibchen legen ihre Eier an geeigneten Brutmedien ab (z.B. verrottende Pflanzen, Lebensmitteln, Kadavern oder Wunden bzw. intakter Haut). Dort durchlaufen die Maden ihre einzelnen Entwicklungsschritte (von L1 bis L3), um dann zu Boden zu fallen. Auf dem Boden verpuppen sich die Larven und erreichen schließlich das Adultstadium.

Da Wohlfahrtia magnifica ein obligater Ektoparasit ist, setzen die Weibchen ihre Erstlarven (L1) stets auf einem Wirten ab. Der weitere Entwicklungszyklus gleicht dem der restlichen Fliegenarten.

7 Pathogenese

Da einige der Fliegen ihre Larven in Wunden sowie andere Körperöffnungen legen, kommt es primär zu lokalen Symptomen. Betroffen sind vorwiegend Schafe und Ziegen, seltener können auch andere Säugetiere befallen sein.

Da sich die Larven von Wundsekreten und nekrotischem sowie vitalem Gewebe ernähren, kommt es zu einer schrittweisen Zerstörung der umliegenden Areale. Es bilden sich Gewebeeinschmelzungen, Nekrosen und Hämorrhagien, wobei in schweren Fällen auch kavernöse Hohlräume entstehen können.

8 Humanpathologie

Sowohl Calliphoridae als auch Sacrophagidae zählen zu den Zoonoseerregern, auch wenn eine wechselseitige Übertragung der Larven (TierMensch) nicht stattfindet. Ein Befall des Menschen mit Maden wird ebenso als Myiasis bezeichnet.

9 Literatur

  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1072-0
  • Boch J, Supperer R (Begr.), Schnieder T (Hrsg.). 2005. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4135-9

Diese Seite wurde zuletzt am 2. August 2021 um 14:44 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

18 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: