Retropubische radikale Prostatektomie
Synonyme: Suprapubische Prostatektomie, SPE, retropubische Prostatektomie
1. Definition
Die retropubische radikale Prostatektomie, kurz RRP, ist eine Form der Prostatektomie. Sie ist Bestandteil der kurativen Therapie des Prostatakarzinoms und zielt darauf ab, den Tumor vollständig im Gesunden zu entfernen.
2. Zugang
Der Patient wird auf dem Rücken liegend, mit gespreizten Beinen gelagert. Die Prostata wird über einen Medianschnitt zwischen Symphyse und Bauchnabel aufgesucht. Dabei verbleibt der Operateur außerhalb des Peritoneums.
Die Prostata wird freipräpariert, die blutreichen dorsalen Gefäßgeflechte werden mit Durchstechungsnähten versorgt. Die Anastomose zwischen Blasenstumpf und Harnröhre kann unter direkter Sicht angelegt werden.
Der retropubische Zugang kann unter Belassen der Organkapsel zur Enukleation eines großen Adenoms (s. BPH) verwendet werden. Er ist jedoch auch sehr gut zur radikalen Prostatektomie mit gleichzeitiger Entfernung der Samenblasen und iliakalen Lymphknoten geeignet.
3. Vorteile
Vorteile der retropubischen Prostatektomie sind:
- bei Karzinom gleichzeitige iliakale Lymphadenektomie möglich
- umfangreiche Langzeiterfahrungen
- Standardoperation, daher sind die meisten Urologen in dieser Operation sehr erprobt
4. Komplikationen
Bei der RRP handelt es sich um einen offenen Eingriff, der mit verschiedenen Komplikationen einhergehen kann. Zu den Risiken und Komplikationen dieser Operationsmethode zählen unter anderem:
- Hämatome
- Wundinfektionen
- Stressinkontinenz
- Erektile Dysfunktion
- Lymphozele durch Lymphknotenentfernung
Selten sind andere Verletzungen (z.B. des Rektums). Als Spätfolge können Strikturen an der Anastomosestelle auftreten.