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Plitidepsin

Handelsname: Aplidin®
Synonym: Dehydrodidemnin B, DDB

1 Definition

Plitidepsin ist ein Peptid-Arzneistoff, der erstmals aus der Seescheide Aplidium albicans isoliert wurde. Er hemmt den eukaryotischen Elongationsfaktor 1-alpha (eEF1A) und ist in Australien zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen.

2 Chemie

Plitidepsin ist ein zyklisches Depsipeptid aus der Klasse der Didemnine. Seine chemische Struktur ähnelt Didemnin B mit dem einzigen Unterschied, dass der Laktatrest von Didemnin B zu einem oxidierten Pyruvatrest umgewandelt ist.

3 Wirkmechanismus

Plitidepsin hemmt das menschliche Protein eEF1A, das in einigen Krebsarten überexprimiert wird. Darüber hinaus scheint der Wirkstoff durch die Hemmung von eEF1A die Expression des SARS-CoV-2-Nukleokapsidproteins zu inhibieren, insbesondere in der Frühphase der Infektion.

4 Klinische Studien

Aufgrund seiner antiviralen Aktivität gegen SARS-CoV-2 befindet sich Plitidepsin zurzeit (02/2022) in einer klinischen Phase-III-Studie (Neptuno trial).

5 Zulassung

Im Juli 2003 erhielt Plitidepsin von der Europäischen Arzneimittel-Agentur den Status eines Orphan-Arzneimittels zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie. In Australien wurde Plitidepsin im Dezember 2018 in Kombination mit Dexamethason für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom zugelassen. Diese Patienten müssen zuvor mindestens drei Behandlungen erhalten haben, darunter sowohl mit einem Proteasom-Inhibitor (z.B. Bortezomib) als auch eine mit einem Immunmodulator (z.B. Lenalidomid).

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Februar 2022 um 16:40 Uhr bearbeitet.

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