Organspende nach Hirntod
Synonym: Hirntodspende
Englisch: donation after brain death, DBD
Definition
Die Organspende nach Hirntod ist eine Form der Postmortalspende und bezeichnet die Entnahme von Organen nach der Feststellung des Hirntods bei noch aufrechterhaltenem Herz-Kreislauf-System.
Der Hirntod gilt in Deutschland rechtlich und medizinisch als Tod des Menschen.
Hintergrund
In Deutschland ist die Organspende gesetzlich im Transplantationsgesetz (TPG) geregelt. Voraussetzung für eine Organentnahme ist eine wirksame Zustimmung durch u.a.:
- einen Organspendeausweis
- eine Patientenverfügung
- die Zustimmung der nächsten Angehörigen im Sinne des mutmaßlichen Willens
Die Feststellung des Hirntodes und die Organentnahme unterliegen klar definierten gesetzlichen und medizinischen Vorgaben.
Ablauf
Der Hirntod wird nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt. Die Diagnose erfolgt durch zwei qualifizierte, voneinander unabhängige Ärzte, die nicht an der Organentnahme oder Transplantation beteiligt sind.
Ursächlich tritt der Hirntod meist infolge von schweren Schädel-Hirn-Traumata, intrazerebralen Blutungen, hypoxischen Hirnschäden oder raumfordernden Hirninfarkten auf.
Nach Feststellung des Hirntodes und vorliegender Zustimmung zur Organspende werden der Kreislauf und Atmung intensivmedizinisch aufrechterhalten, eine ausreichende Organperfusion und Oxygenierung sichergestellt und metabolische sowie hämodynamische Störungen ausgeglichen. Die Organentnahme erfolgt anschließend unter sterilen OP-Bedingungen.
Organqualität
Die Organentnahme erfolgt vor dem Kreislaufstillstand und ermöglicht in der Regel eine gute Organqualität. Die Organspende nach Hirntod ist die Standardform der Organspende und von der Donation after Circulatory Death (DCD), bei welcher der Tod nach irreversiblem Herz-Kreislauf-Stillstand festgestellt wird, klar abzugrenzen.
Literatur
- organspende-indo.de, abgerufen am 02.02.2026
- Martin-Loeches, et al., Management of donation after brain death (DBD) in the ICU: the potential donor is identified, what's next?, Intensive care medicine, 2019