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Night-Eating-Syndrom

Synonym: NES

1 Definition

Das Night-Eating-Syndrom, kurz NES, ist eine Essstörung, die sich durch nächtlichen Heißhunger mit impulsiver Nahrungsaufnahme äußert.

2 Hintergrund

Bei einem NES erfolgen mindestens 25 % der täglichen Nahrungsaufnahme nach der letzten Tagesmahlzeit oder es liegt eine Schlafstörung vorliegt, die mit der Nahrungsaufnahme zusammenhängt.

3 Epidemiologie

Zur Zeit (2021) gibt es keine zuverlässigen epidemiologischen Zahlen. Es wird geschätzt, dass das NES bei etwa 1-2 % der Bevölkerung auftritt.

4 Ätiologie

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind derzeit (2021) unklar. Eine genetische Komponente der Erkrankung ist wahrscheinlich, da das NES familiär gehäuft auftritt. Hormone scheinen auch eine Rolle zu spielen. Vermutet wird eine Entgleisung des Melatoninspiegels, die zu einer Störung des zirkadianen Rhythmus führt. Die Fehlregulierung bedingt dann Schlafstörungen und Depressionen.

Auch das Hormon Ghrelin soll eine Beteiligung an der Entstehung des NES haben. Bei den Nachtessern ist der Ghrelin-Spiegel im Vergleich zu gesunden Personen nachts deutlich erhöht. Durch die orexigene Wirkung des Hormons lassen sich die Hungerschübe erklären. Auch Insulin könnte in der Pathogenese des NES eine Rolle spielen.

5 Symptome

Spät Abends oder in der Nacht werden große Mengen an Essen und Trinken aufgenommen ("Plündern des Kühlschranks"). Die zugeführte Nahrung ist in der Regel kohlenhydratenreich. Morgens haben die Erkrankten dann eine Appetitlosigkeit. Die Erkrankung geht häufig mit Ein- und Durchschlafstörungen einher. Die Betroffenen wachen in der Nacht häufig auf und können erst nach einer erfolgten Nahrungsaufnahme wieder einschlafen.

Weitere mögliche Symptome sind:

Viele der Betroffenen berichten über emotionalem Missbrauch und körperlicher Vernachlässigung in der Kindheit.

6 Therapie

Die medikamentöse Therapie erfolgt in der Regel mit Psychopharmaka, z.B. mit dem Antidepressivum Sertralin. Auch das Antiepileptikum Topiramat oder Lichttherapie können einen Therapieansatz darstellen.

Begleitend sind Muskelrelaxationsübungen, Methoden der kognitiv-behavioralen Therapie, Ernährungsberatungen und Psychotherapien hilfreich.

7 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Dezember 2020 um 11:07 Uhr bearbeitet.

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