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Nierenteilresektion

1 Definition

Die Nierenteilresektion ist ein parenchym- bzw. organerhaltenden Standardverfahren zur Versorgung von Nierentumoren. Dabei wird das vom Tumor befallene Nierenareal entfernt.

2 Standardverfahren

Eine Nierenteilresektion kann offen chirurgisch oder in ausgewählten Fällen minimal-invasiv durchgeführt werden. Bei onkologischen Indikationen hat die Nierenteilresektion im Vergleich zur vollständigen Nephrektomie einen vergleichbaren Outcome.

Vor einer OP sollte zur besseren Planung eine Angiographie der Nierenarterien stattfinden. Zunächst werden die Hilusgefäße angeflügelt und das Tumorareal mit einem Rand von 5 mm zirkulär umschnitten. Ggf. erfolgt die passagere Abklemmung der Nierenarterie. Danach wird das Tumorareal mit seinen versorgenden Gefäßstrukturen reseziert. Eröffnete Gefäße und das Hohlsystem werden übernäht, und im Anschluss die Nierendurchblutung wieder frei gegeben. Der Nierendefekt wird mit durchgreifenden Nähten und Clips komprimiert und mit einem Polster geknotet (Lappen aus Kapselfett oder resorbierbarer Zellulose). Kleinere Tumoren können ohne Unterbrechung der Blutzufuhr entfernt werden.

Die OP findet unter perioperativer Antibiotikaprophylaxe, Dauerkatheterisierung, sowie Verwendung einer Magensonde bei transperitonealem Zugang statt Ferner kommt bei größerer Eröffnung des Niernbeckenkelchsystems (offene Chirurgie) die Einlage einer MJ- bzw. DJ-Harnleiterschiene zum Einsatz.

Nach einer Nierenteilresektion ist die Drainierung der Nierenloge sinnvoll.

3 Spezielle Verfahren

Bei größeren oder multiplen Tumoren wird das Tumorgewebe aus der ischämischen Niere entfernt. Dabei kommen spezielle nierenfunktionserhaltende Techniken (Kühlung, lokale Perfusion) zum Einsatz. Tumoren mit ungünstiger Lokalisation können mit dem sogenannten "Work-Bench-Verfahren" operiert werden. Die Niere mit dem Tumor wird dazu entnommen und an extrakorporales Perfusionssystem angeschlossen, das den Erhalt der Niere für mehrere Stunden ermöglicht. Der Tumor wird dann unter kontrollierten Bedingungen aus der Niere herauspräpariert. Das Resektionsergebnis wird durch Schnellschnittuntersuchungen während der Operation kontrolliert. Anschließend wird die Niere wie bei einer Nierentransplantation zurückverpflanzt.

4 Indikationen

Eine imperative Indikation zur Nierenteilresektion besteht bei

Die Entfernung der vollständigen Niere(n) würde zu einer Niereninsuffizienz führen.

Eine Nierenteilresektion ist elektiv, wenn eine gesunde Niere auf der Gegenseite besteht.

Bei Stadium T1 und T2 des Nierenzellkarzinoms ist die Nierenteilresektion der Tumornephrektomie vorzuziehen. Grund dafür ist das verminderte Auftreten kardiovaskulärer Komplikationen durch die bessere Nierenfunktion im Vergleich zu einer Nephrektomie[1]

Weitere, nicht onkologische Indikationen sind u.a.:

5 Komplikationen

6 Kontraindikationen


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