Nervus fibularis communis
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LoslegenSynonyme: Nervus peroneus communis, Nervus peronaeus communis (obsolet)
Englisch: common fibular nerve, peroneal nerve
Definition
Der Nervus fibularis communis entsteht aus dem Nervus ischiadicus und führt somatomotorische und allgemein-somatosensible Fasern aus den Rückenmarkssegmenten L4–S2.
Anatomie
Der Nervus fibularis communis verläuft zunächst medial des Musculus biceps femoris, dessen Caput breve er motorisch innerviert. Anschließend zieht er unter dem Ursprung des Musculus fibularis longus um den Fibulahals in die Fibularisloge. Dort teilt er sich in seine beiden Endäste, den Nervus fibularis superficialis und den Nervus fibularis profundus, auf. Gelegentlich liegt die Teilungsstelle auch weiter proximal.
In der Kniekehle gibt der Nervus fibularis communis den Nervus cutaneus surae lateralis ab. Er entlässt auf wechselnder Höhe einen Ramus communicans fibularis, der sich mit dem Nervus cutaneus surae medialis des Nervus tibialis zum Nervus suralis vereinigt.
Versorgungsgebiete
Nervus cutaneus surae lateralis
Der Nervus cutaneus surae lateralis versorgt die Haut an der lateralen und teilweise an der dorsalen Seite des Unterschenkels.
Nervus fibularis superficialis
Der Nervus fibularis superficialis (L5–S1) versorgt motorisch den Musculus fibularis longus und den Musculus fibularis brevis. Sensibel innerviert er nahezu den gesamten Fußrücken – mit Ausnahme des ersten Zwischenzehenraums (Nervus fibularis profundus) und des lateralen Fußrands (Nervus suralis).
Nervus fibularis profundus
Der Nervus fibularis profundus (L4–S1) versorgt motorisch die Extensoren des Fußes und der Zehen sowie sensorisch das Hautareal zwischen Hallux und zweiter Zehe ("Flip-Flop-Areal").
Klinik
Eine Schädigung des Nervus fibularis communis entsteht am häufigsten durch eine Kompression am Fibulaköpfchen – etwa durch habituelles Überschlagen der Beine, einen zu engen Gips oder Lagerungsschäden bei Operationen bzw. Bettlägerigkeit. Weitere Ursachen sind Fibulafrakturen und Knieluxationen. Die Schädigung führt zu einem Ausfall der Fibularismuskulatur, die eine Pronation des Fußes bewirkt, sowie der Extensoren des Fußes und der Zehen. Der Fuß ist somit plantarflektiert und supiniert. Man bezeichnet diese Stellung auch als Spitzklumpfuß. Durch die fehlende Innervation der Dorsalextensoren des Fußes kommt es zum klinischen Bild des Steppergangs.
siehe auch: Peroneusparese
Literatur
- Schünke M, Schulte E, Schumacher U. Prometheus – Lernatlas der Anatomie. Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Thieme.