Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Myobiidae

von altgriechisch: mys - Maus
Englisch: fur mite of mice

1 Definition

Als Myobiidae bezeichnet man eine Familie der Milben (Acari) innerhalb der Unterordnung Prostigmata.

2 Taxonomie

3 Morphologie

Myobiidae-Arten sind kleine (etwa 0,3 mm lang) Milben, die lang gestreckt erscheinen und zwischen den 2. und 3. sowie 3. und 4. Beinpaaren auffallende laterale Vorwölbungen besitzen. Die Cuticula ist quer gerieft, die Cheliceren sind nadelförmig und mit winzigen Palpen ausgestattet. Das 1. Beinpaar ist kräftig ausgeprägt und zu einem terminalen und klauenförmigen Apparat umgestaltet, der zum Festhalten an den Haaren des Wirtes dient.

4 Verbreitung

Myobiidae sind weltweit verbreitete, kleine Saugmilben.

5 Wirtsspektrum

Myobiidae-Milben parasitieren bevorzugt auf Nagern (Rodentia), Insektenfressern (Eulipotyphla) und Fledermäusen (Microchiroptera).

6 Arten

Die Familie Myobiidae umfasst verschiedene Gattungen, die wiederum aus mehreren Arten zusammen gesetzt werden. Die wichtigsten Gattungen sind:

7 Entwicklung

Die Weibchen kleben die Eier bei der Ablage einzeln an die Basis der Wirtshaare. Die Entwicklung verläuft vom Ei ausgehend über je zwei Larven und Nymphenstadien zu den Adulti und dauert mehr als 12 Tage.

8 Klinik

Die Parasiten ernähren sich vorwiegend von Gewebsflüssigkeit, aber auch von Blutbestandteilen. Ein starker Befall verursacht eine Dermatitis mit Alopezie und Juckreiz (vor allem an Kopf und Hals).

9 Diagnostik

Der Nachweis der Milben und Eier erfolgt mittels Hautgeschabsel oder mit der Klebestreifenmethode (Abklatsch mit einem Klebestreifen, der anschließend auf einen Objektträger überführt wird). Alternativ kann eine koproskopische Untersuchung (Flotationsverfahren) durchgeführt werden.

10 Therapie

Ein klinisch manifester Befall kann mit verschiedenen Akariziden (z.B. Ivermectin p.o. oder s.c.) therapiert werden. Zusätzlich sollte eine gründliche Umgebungsdekontamination sowie eine artgerechte Haltung der Labornager gewährleistet werden, um eine erneute Einschleppung der Parasiten zu verhindern.

11 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

0 Wertungen (0 ø)

12 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: