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Mineralokortikoid

(Weitergeleitet von Mineralkortikoid)

von lateinisch: cortex - Rinde
Synonyme: Mineralocorticoid, Mineralkortikoid, Mineralcorticoid
Englisch: mineralocorticoid

1 Definition

Mineralokortikoide sind Hormone aus der Gruppe der Steroidhormone. Der Name weist einerseits auf die Herkunft der natürlichen Mineralokortikoide (die Nebennierenrinde), andererseits auf ihre Wirkungen (die Beeinflussung des Elektrolythaushalts) hin.

2 Biochemie

2.1 Substanzen

Die beiden wichtigsten natürlichen Mineralokortikoide sind:

Daneben gibt es auch synthetische Mineralokortikoide wie das Fludrocortison.

2.2 Synthese

Das Ausgangsprodukt für Mineralokortikoide ist - wie bei allen Steroidhormonen - das Cholesterin. Es kann aus verschiedenen Quellen stammen:

Der erste, geschwindigkeitsbestimmende Schritt der Steroidsynthese ist die Umwandlung des Cholesterins zu Pregnenolon. Pregnenolon ist ein schwach wirksames Gestagen und hat progesteron-ähnliche Wirkung.

Aus dem Pregnenolon entsteht dann über mehrere Zwischenschritte Progesteron. Auf dieser Stufe teilt sich die Synthese der Glukokortikoide und Mineralokortikoide. Bei Glukokortikoiden erfolgt zuerst die Hydroxylierung am Kohlenstoffatom C17, danach an C21 und C11. Bei den Mineralkortikoiden wird zuerst C21 hydroxyliert, wobei 11-Deoxycorticosteron entsteht. Über die Zwischenprodukte Corticosteron und 18-OH-Corticosteron wird schließlich die Synthese zum Aldosteron abgeschlossen.

3 Physiologie

Mineralokortikoide binden innerhalb der Zelle an spezielle Rezeptoren, die Mineralokortikoid-Rezeptoren (MR). Durch die Bindung entsteht ein Rezeptor-Ligand-Komplex, der im Zellkern an hormonempfindliche Stellen in der Promotor-Region seiner Zielgene bindet. Dadurch wird die Synthese bestimmter Proteine angeregt.

4 Klinik

Die Synthese und Sekretion von Mineralokortikoiden kann pathologisch vermindert oder gesteigert sein. Im Falle einer Übersekretion fasst man die Krankheitsbilder unter dem Sammelbegriff des Hyperaldosteronismus zusammen.

Fachgebiete: Biochemie

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