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M2-Protein

Synonyme: M2, M2-Ionenkanalprotein

1 Definition

Das M2-Protein ist ein Membranprotein, das charakteristisch für die Virushülle (Envelope) von Influenza A-Viren ist. Es bildet den M2-Ionenkanal.

2 Biochemie

Das M2-Protein besteht aus drei Domänen:

  • N-terminales Ende aus 24 Aminosäuren, das der Umgebung ausgesetzt ist
  • Transmembranregion aus 19 hydrophoben Aminosäuren
  • C-terminales Ende aus 54 Aminosäuren im Inneren des Viruspartikels

Das M2-Ionenkanal ist ein Homotetramer, das sich aus vier identischen M2-Proteineinheiten zusammensetzt, die durch Disulfidbrücken stabilisiert werden.

3 Funktion

Das M2-Protein hat eine große Bedeutung im Lebenszyklus des Influenza-A-Virus. Der M2-Ionenkanal ermöglicht dem Virus in der Wirtszelle die Aufnahme von Protonen, wodurch der pH-Wert im Virusinneren sinkt. Das wiederum verursacht die Dissoziation des Matrixproteins M1 vom Ribonucleoprotein RNP, einen für das Uncoating des Virus essentiellen Prozess.

4 Klinik

Der M2-Ionenkanal wird durch M2-Hemmer wie Amantadin und Rimantadin blockiert, was das Uncoating und damit die Übernahme der Wirtszelle durch das Virus verhindert. M2-Hemmer binden an die Transmembrandomäne des M2-Proteins und blockieren den Kanal sterisch. Durch Mutation des M2-Gens kann das Virus jedoch eine Resistenz gegen die Wirkstoffe entwickeln.

Fachgebiete: Biochemie

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