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Idalopirdin

Synonym: Lu AE58054
Englisch: idalopirdine

1 Definition

Idalopirdin ist ein selektiver 5-HT6-Rezeptor-Antagonist zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit. Da die Endpunkte in den klinischen Studien nicht erreicht wurden, wurde die Entwicklung 2017 eingestellt.

2 Chemie

Idalopirdin weist Strukturähnlichkeit mit Serotonin auf. Die Hydroxylgruppe in Position 5 wurde durch ein Fluor-Atom in Position 6 ersetzt. Der Stickstoff ist mit einem 3-Methyl-Phenol N-alkyliert. Das Phenol wiederum ist mit einem Tetrafluorethan verethert.

Die Summenformel lautet C20H19F5N2O; das Molekulargewicht beträgt 398,4 g/mol.[1]

3 Anwendung

Idalopirdin wurde stets in Kombination mit einem Acetylcholinesterasehemmer wie Donepezil oder Rivastigmin verwendet.

4 Wirkmechanismus und Wirksamkeit

Idalopirdin ist ein Antagonist am 5-HT6-Rezeptor, einem Gs-Protein-gekoppelten Rezeptor. Durch Antagonisierung des Serotoninrezeptors wird die cholinerge, noradrenerge, dopaminerge und glutamaterge Neurotransmission verstärkt.

Während im Tierversuch eine Besserung kognitiver Fähigkeiten beobachtet werden konnte, war dies beim Menschen nicht der Fall. Als Grund wird angegeben, dass die Neurodegeneration zu Beginn der Therapie bereits zu weit fortgeschritten war. Aufgrund dessen wurde die Arbeit am Arzneistoff im Jahr 2017 eingestellt.[2][3]

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019, die vier randomisierte kontrollierte Studien auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass die Therapie mit Idalopirdin in hohen Dosen und bei bestimmten moderaten Verlaufsformen des Alzheimers wirksamer als die alleinige Gabe eines Acetylcholinesterasehemmers sein könnte. Dieser Effekt sei jedoch nur sehr klein.[4]

5 Pharmakokinetik

Idalopirdin ist ein potenter Inhibitor von CYP-Enzymen. Somit werden die Plasmaspiegel anderer Wirkstoffe, die über solche Enzyme abgebaut werden, erhöht. Ein Beispiel für eine solche Substanz ist Donepezil, das in Kombination mit Idalopirdin gegeben wird und ein zugelassenes Antidementivum ist. Hieraus erhöht sich dessen Bioverfügbarkeit.[3]

6 Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Idalopirdin sind u.a. ein Anstieg der Leberenzyme sowie Erbrechen[4].

7 Quellen

  1. Idalopirdin in der pubchem-Datenbank, aufgerufen am 20.01.2020
  2. Geisslinger, Menzel, Gudermann, Hinz, Ruth: Mutschler Arzneimittelwirkungen. Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie. 11. Auflage, Stuttgart 2020
  3. 3,0 3,1 Kognitive Fähigkeiten verbessert: Idalopirdin und Donezepil als mögliche Kombinationstherapie bei Alzheimer, Deutsche Apotheker Zeitung 2015, abgerufen am 20.01.2020
  4. 4,0 4,1 Matsunaga S et al.: Efficiacy and safety of idalopirdine for Alzheimer's disease: a systematic review and metza-analysis. In International psychogeriatrics, November 2019. Aufgerufen am 20.01.2020

Tags:

Fachgebiete: Neurologie, Psychiatrie

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Januar 2020 um 18:18 Uhr bearbeitet.

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