Hydroxyprolin
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenSynonym: L-Hydroxyprolin
Abkürzung: Hyp
Englisch: hydroxyproline
Definition
Hydroxyprolin ist eine nichtessentielle, nichtproteinogene Aminosäure.
Synthese
Im Körper entsteht Hydroxyprolin enzymatisch aus Prolin unter dem Einfluss der Kollagen-Prolyl-4-Hydroxylase mit Ascorbinsäure als Cofaktor. Die Reaktion benötigt außerdem Fe²⁺, 2-Oxoglutarat und Sauerstoff. Die oxidative Umwandlung erfolgt erst, wenn Prolin an ein Peptid gebunden ist.
Vorkommen
Hydroxyprolin kommt nur in geringem Ausmaß in Proteinen vor. Es besitzt keinen eigenen genetischen Code, sondern entsteht durch posttranslationale Modifikation von Prolinresten. In größerem Umfang liegt es im Kollagen vor. Hier trägt es zur Stabilisierung der Kollagen-Tripelhelix bei und stellt etwa 14% der Aminosäurereste. Ferner findet man Hydroxyprolin im Elastin (etwa 2%).
Aufgrund der Fokussierung auf nahezu nur ein Strukturprotein gilt die Hydroxyprolin-Ausscheidung im Harn als grober Marker für den Kollagenumsatz.
Labormedizin
Der Hydroxyprolinspiegel kann sowohl im Blutserum als auch im Spontanurin bestimmt werden. Die Ausscheidung von Hydroxyprolin im Urin wurde früher als unspezifischer Marker des Kollagenabbaus beziehungsweise des Knochenumsatzes verwendet. Aufgrund ihrer geringen Sensitivität und Spezifität sowie der Beeinflussung durch kollagenhaltige Nahrungsmittel ist die Bestimmung in der Routinediagnostik weitgehend durch spezifischere Kollagenmarker ersetzt worden, z.B. durch β-CTX-I für Knochenresorption und PINP für die Knochenformation.
Referenzwerte im Serum
- Neugeborene und Säuglinge bis 1 Jahr: bis 50 µmol/l
- Kleinkinder 2-6 Jahre: bis 25 µmol/l
- Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene: bis 30 µmol/l
Referenzwerte im Urin
- Neugeborene bis 1 Monat: bis 1.100 µmol/g Kreatinin
- Säuglinge bis 1 Jahr: bis 1.000 µmol/g Kreatinin
- Kleinkinder 2-6 Jahre: bis 500 µmol/g Kreatinin
- Schulkinder 7-14 Jahre: bis 200 µmol/g Kreatinin
- Erwachsene: bis 100 µmol/g Kreatinin
Hinweis: Referenzwerte sind häufig vom Messverfahren abhängig und können von den o.a. Werten abweichen. Ausschlaggebend sind die Referenzwerte, die vom Labor angegeben werden, das die Untersuchung durchführt.
Material
Für die Untersuchung werden 50 ml von einem 24-h-Sammelurin benötigt.
Vor und während des Sammelns muss der Urin mit Salzsäure angesäuert werden. Zur präzisen Konzentrationsbestimmung muss in jedem Fall die Menge des Sammelurins mit angegeben werden.
Referenzbereich
Der Referenzbereich liegt bei Werten bis 35 mg pro Tag.
Der Verzehr von Fleisch und gelatinehaltigen Lebensmitteln kann zu falsch hohen Resultaten führen.
Interpretation
Erhöhte Werte können unspezifisch bei Erkrankungen mit gesteigertem Knochen- oder Kollagenumsatz auftreten, z.B. bei
Hinweis: Bei Osteoporose müssen die Konzentrationen nicht unbedingt erhöht sein.
Literatur
- Laborlexikon.de; abgerufen am 22.03.2021