Hydrocele testis
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LoslegenSynonym: Hodenwasserbruch, Wasserbruch
Englisch: hydrocele
Definition
Als Hydrozele testis bezeichnet man eine Ansammlung seröser Flüssigkeit (Hydrozele) zwischen den Blättern der Tunica vaginalis testis, einem Restgebilde des Processus vaginalis peritonei im Hodensack.
Ätiologie
Die primäre Hydrozele ist angeboren und beruht auf einer inkompletten Obliteration des Processus vaginalis peritonei im Bereich des Samenstrangs oder des Hodens. Primäre Hydrozelen können ein- oder beidseitig auftreten.
Sekundäre Hydrozelen entstehen durch ein Missverhältnis von Sekretion und Resorption der serösen Flüssigkeit, etwa bei Traumata, Entzündungen, Hodentorsion oder Tumorerkrankungen.
Klinik
Das Volumen der Hydrozele hängt von der Lage und dem intraperitonealen Druck ab. Der Wasserbruch zeigt sich als ein- oder beidseitige Hodenschwellung. Diese ist palpatorisch prall-elastisch.
Diagnostik
Der Verdacht auf eine Hydrozele lässt sich per Diaphanoskopie und Sonographie verifizieren.
Differentialdiagnose
Differentialdiagnostisch muss in erster Linie ein maligner Hodentumor ausgeschlossen werden. Weitere Differentialdiagnosen sind:
Therapie
Kongenitale Hydrozele im Kindesalter
Angeborene Hydrozelen bilden sich durch spontanen Rezessusverschluss überwiegend im ersten Lebensjahr zurück. Die Spontanremissionsrate bis zum ersten Geburtstag liegt bei rund 89 %.[1] Ein Teil der Fälle bildet sich erst im zweiten Lebensjahr zurück.[2] Kann eine Herniation ausgeschlossen werden, besteht bis zum Alter von 1–2 Jahren keine Operationsindikation.
Persistiert die Hydrozele danach oder liegt eine Hydrocele communicans vor, erfolgt die Operation über einen inguinalen Zugang. Der Processus vaginalis peritonei wird freigelegt, vom Samenstrang isoliert und am inneren Leistenring hoch ligiert; der distale Sack kann offen belassen werden. Das Vorgehen entspricht damit im Wesentlichen einer Leistenhernien-Operation.
Hydrocele testis im Erwachsenenalter
Bei der nicht-kommunizierenden Hydrocele testis des Erwachsenen erfolgt der Zugang skrotal. Nach Eröffnung und Entleerung des Hydrozelensacks kommen im Wesentlichen drei Techniken zum Einsatz:
- Hydrozelenoperation nach Winkelmann: teilweise Resektion der Wand, anschließend Eversion (Umschlagen) und Vernähen der Restwand hinter Hoden und Samenstrang
- Operation nach von Bergmann: teilweise Resektion der Wand mit fortlaufender, blutstillender Umstechung des Wundrandes anstelle der Eversion
- Lord-Plikationstechnik: keine Mobilisation und Resektion, stattdessen Raffung (Plikation) der überschüssigen Hydrozelwand in situ durch radiäre Nähte; geeignet v.a. bei dünnwandigen, nicht gekammerten Hydrozelen
In vergleichenden Studien zeigten sich bei ähnlichen Rezidivraten (ca. 1–6 %) die niedrigsten Komplikations- und Hämatomraten für die Lord-Technik.[3][4]
Sekundäre Hydrozele
Bei den erworbenen Hydrozelen steht die Behandlung der Grundkrankheit im Vordergrund. Im Erwachsenenalter kommen bei Beschwerden auch Punktion und Sklerosierung in Betracht. Diese sind mit einer höheren Rezidivrate, aber niedrigeren Komplikationsrate verbunden als die operative Sanierung (Komplikationsrate 17,5 % nach Operation vs. 4,6 % nach Punktion/Sklerosierung).[5]
Prognose
Die primäre Hydrozele hat nach spontaner Rückbildung oder Operation eine gute Prognose bei niedrigen Rezidivraten. Bei sekundären Hydrozelen richtet sich die Prognose nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
Quellen
- ↑ Naji H et al. Decision making in the management of hydroceles in infants and children. Eur J Pediatr. 2012;171(5):807-810.
- ↑ Acer-Demir T et al. Natural History and Conservative Treatment Outcomes for Hydroceles: A Retrospective Review of One Center's Experience. Urology. 2018;112:155-160.
- ↑ Tsai L et al. Comparison of Recurrence and Postoperative Complications Between 3 Different Techniques for Surgical Repair of Idiopathic Hydrocele. Urology. 2019;125:239-242.
- ↑ Ku JH et al. The excisional, plication and internal drainage techniques: a comparison of the results for idiopathic hydrocele. BJU Int. 2001;87(1):82-84.
- ↑ Lundström KJ et al. Epidemiology of hydrocele and spermatocele; incidence, treatment and complications. Scand J Urol. 2019;53(2-3):134-138.