Hitze
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LoslegenEnglisch: heat
Definition
Hitze bezeichnet einen Zustand hoher Umgebungstemperatur, der eine thermische Belastung des Körpers darstellt und subjektiv als unangenehm empfunden wird. Übersteigt die Wärmebelastung die Möglichkeiten der physiologischen Thermoregulation, können Gesundheitsschäden entstehen.
Hintergrund
Für Hitze existiert kein universeller medizinischer Temperaturgrenzwert. Die Belastung hängt neben der Lufttemperatur insbesondere von folgenden Faktoren ab:
- Luftfeuchtigkeit
- Wärmestrahlung, insbesondere durch Sonneneinstrahlung
- Luftbewegung
- Bekleidung
- körperliche Aktivität und damit verbundene Wärmeproduktion
- Expositionsdauer und individuelle Anpassungsfähigkeit
Hohe nächtliche Temperaturen erschweren die Erholung nach heißen Tagen.
Physiologie
Der Körper produziert durch seinen Stoffwechsel Wärme, die er durch Konduktion, Konvektion, Wärmestrahlung und Evaporation mit seiner Umgebung austauscht. Bei höheren Umgebungstemperaturen ist die Abstrahlung von Wärme erschwert. Reaktiv nehmen die Hautdurchblutung und die Schweißsekretion zu. Die Verdunstung des Schweißes ermöglicht zusätzliche Wärmeabgabe. Hohe Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt diesen Mechanismus.
Liegt die Umgebungstemperatur über der Hauttemperatur, kehrt sich die Konvektion um. Der Körper nimmt dann zusätzliche Wärme auf. Die Verdunstung gewinnt dann besondere Bedeutung. Reicht die Wärmeabgabe nicht mehr aus, kommt es zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur.[1]
Gesundheitliche Auswirkungen
Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System. Schweißverluste können eine Dehydratation und Störungen des Elektrolythaushalts verursachen. Zudem können sich bestehende Herz-, Nieren- und Atemwegserkrankungen verschlechtern.[2]
Zu den hitzebedingten Erkrankungen gehören:[3]
| Krankheitsbild | Charakteristische Merkmale |
|---|---|
| Hitzekrämpfe | Schmerzhafte Muskelkrämpfe, häufig nach körperlicher Belastung und starkem Schwitzen |
| Hitzeödem | Periphere Schwellungen im Zusammenhang mit hitzebedingter Gefäßerweiterung |
| Hitzeerschöpfung | Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden |
| Hitzschlag | Schwere Hyperthermie mit zentralnervösen Störungen und möglichem Multiorganversagen |
Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen bei Hitzeexposition sprechen für einen möglichen Hitzschlag. Fortbestehendes Schwitzen schließt diesen nicht aus.[4]
Risikogruppen
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder eingeschränkter Selbstversorgung. Auch körperlich schwer arbeitende Menschen und Sportler können hohen Wärmebelastungen ausgesetzt sein.[2]
Bestimmte Medikamente erhöhen das Risiko, beispielsweise Diuretika durch Flüssigkeitsverluste oder Anticholinergika durch eine verminderte Schweißsekretion. Eine Anpassung der Medikation erfolgt individuell unter ärztlicher Kontrolle.[5]
Prävention
Wichtige Maßnahmen sind:
- körperliche Belastungen in kühlere Tageszeiten verlegen
- Schatten und kühle Räume (Klimaanlage) aufsuchen
- leichte, luftdurchlässige Kleidung tragen
- regelmäßig trinken und Flüssigkeitsverluste berücksichtigen
- Wohnräume verschatten und bei kühlerer Außenluft lüften
Bei ärztlich verordneter Flüssigkeitsrestriktion muss die Trinkmenge individuell abgestimmt werden.
Quellen
- ↑ Cramer MN et al. Human temperature regulation under heat stress in health, disease, and injury. Physiol Rev. 2022.
- ↑ 2,0 2,1 World Health Organization. Heat and health. 31. Juli 2026. Abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ Bein T. Pathophysiology and management of heat illness. Med Klin Intensivmed Notfmed. 2024;119(5):373–380.
- ↑ Centers for Disease Control and Prevention. Heat-related Illnesses. Abgerufen am 7. September 2026.
- ↑ Centers for Disease Control and Prevention. Heat and Medications – Guidance for Clinicians. Abgerufen am 7. September 2026.