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Haut (Geflügel)

Synonym: Integumentum commune
Englisch: skin

1 Definiition

Die Haut, auch Integumentum commune genannt, trägt beim Geflügel das für diese Wirbeltierklasse charakteristische Federkleid oder Gefieder.

2 Funktion

Die Haut mitsamt dem Gefieder verleiht dem Vogel das Flugvermögen. Außerdem bedeckt das Federkleid fast den gesamten Körper - mit Ausnahme der Akren - und schützt diesen wirksam gegen Abkühlung.

Der Wärmeschutz ist wichtig, da beim Vogel der Stoffwechsel auf einem höheren Temperaturniveau stattfindet als bei Säugetieren. Die normale Körpertemperatur liegt beim adulten Huhn zwischen 40,5 °C und 42,5 °C. Erst bei einer Umgebungstemperatur von +5 °C und darunter müssen Vögel zusätzlich zum passiven Wärmeschutz auch Energie zur Wärmeerzeugung bereitstellen.

3 Anatomie

Aufgrund der wärmeregulierenden Funktion unterscheidet man an der Haut des Vogels funktionell die befiederten und die unbefiederten Regionen. Unter der Befiederung ist die Haut recht dünn und auf einer gut entwickelten Subcutis leicht verschieblich. In den nicht befiederten Arealen ist die Haut dagegen dick und deutlich widerstandsfähiger.

Außerdem ist die Haut an prominenten Stellen zu Hautgebilden differenziert.

3.1 Morphologie

Die eigentliche Haut (Integumentum proprium) ist dreischichtig und besteht aus folgenden Abschnitten:

3.2 Muskeln

In der tiefen Schicht der Lederhaut breiten sich die aus glatter Muskulatur gebildeten echten Haut- oder Federmuskeln (Musculi nonstriati dermatis) aus. Manche Autoren unterscheiden dabei zwei Arten von echten Hautmuskeln:

  • Musculi pennales: Verbinden innerhalb der Federfluren benachbarte Federbälge und treten mittels dicker und elastischer Endsehne (Tendo elasticus) an jeden einzelnen Federbalg heran.
  • Musculi apteriales: Liegen unter den Federrainen und spannen die Haut in diesem Bereich.

In der Subcutis verlaufen (nahe der Grenze zum Corium) quergestreifte unechte Hautmuskeln, die als Unterhautmuskeln (Musculi subcutanei) bezeichnet werden. Diese teils bandartigen, teils breitflächigen Gebilde nehmen ihren Ursprung entweder als selbstständige Muskeln direkt vom Skelett oder sind Abspaltungen von Skelettmuskeln. Sie sind hauptsächlich für das Spannen oder Falten der Haut - einschließlich der Flughäute (Patagien) - zuständig und bewirken das Sträuben der Federn.

Zu den selbstständigen Muskeln der Unterhaut gehören:

Zu den Abspaltungen von Skelettmuskeln gehören:

3.3 Gefäße

Die Hautarterien entstammen - regional unterschiedlich - aus den Gefäßen, die für die oberflächlich gelegenen Skelettmuskeln zuständig sind. Diese bilden in der Subcutis (im Grenzbereich zum Corium und im Corium) netzartige Geflechte aus, die untereinander in Verbindung stehen.

Die Hautvenen bilden ebenfalls an der Grenze von Cutis zu Subcutis und tief in der Subcutis ein Netzwerk. Unter den Schuppen und Schildchen der Läufe, Zehen und Ballen verbinden sich die Gefäße zu arteriovenöse Anastomosen.

3.4 Innervation

Die Hautnerven versorgen einerseits die echten Hautmuskeln, andererseits bedienen sie die Federbälge, insbesondere die Fadenfedern. Zusätzlich sind zahlreiche Nervenendapparate in der Haut ausgebildet. Die somatosensorischen Rezeptoren in der Haut reagieren auf mechanische, chemische und thermische Stimuli aus der Umwelt.

4 Hautgebilde

Die Haut beim Geflügel ist an gesonderten Stellen zu spezialisierten Organen umgebaut, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Hautgebilde unterscheiden sich sowohl in ihrem Aufbau als auch in ihrer Funktion und können in fünf Gruppen unterteilt werden:

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.

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