Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Grippeimpfung

Synonyme: Grippeschutzimpfung, Influenza-Impfung

1 Definition

Die Grippeimpfung ist eine aktive Immunisierung gegen die durch das Influenzavirus verursachte Grippe.

2 Impfstoff

Zur Impfung wird ein Totimpfstoff verwendet. Es handelt sich um einen Adsorbat-Impfstoff. Bei den immunogenen Substanzen des Impfstoffes handelt es sich um eine jährlich variable Zusammensetzung der Neuraminidasen und Hämagglutinine von Virusvarianten.

Die jährliche Zusammensetzung wird durch die Zusammenarbeit der WHO mit den Impfstoffherstellern ausgearbeitet.

Seit der Grippesaison 2012/2013 existiert zusätzlich zum bekannten i.m.-Präparat eine lebend-attenuierte Influenza-Vakzine, die intranasal appliziert wird. Zugelassen ist sie für Kinder und Jugendliche. Die Schutzwirkung ist jener der herkömmlichen Impfungen überlegen, wie in einer großen Cochrane-Studie belegt werden konnte. Hauptnachteil sind die höheren Kosten.

3 Indikation

Die Grippeimpfung wird generell für Menschen über 60 Jahre empfohlen. Weiterhin ist die Impfung für Menschen mit chronischen Erkrankungen zu empfehlen, insbesondere bei kardialen oder pulmonalen Grunderkrankungen.

Empfohlen wird die Grippeimpfung auch bei Gesundheitspersonal mit erhöhter Exposition gegenüber Erkrankten.

4 Procedere

Erwachsene und Kinder ab dem 3. Lebensjahr werden im Herbst einmalig mit einer Standardimpfdosis geimpft.

Vorher nicht geimpfte Kinder bis zum 12. Lebensjahr können zur Verbesserung der Ansprechrate zweimalig im Abstand von 4 Wochen geimpft werden. Säuglinge und Kleinkinder können entsprechend zweimalig mit einer halben Einzeldosis geimpft werden.

Der Impfschutz setzt in der Regel zwei Wochen nach der Impfung ein und hält für den kommenden Winter. Der Schutz vor schweren Verläufen der Influenza wird mit etwa 90 % angegeben.

5 Kontraindikationen

Eine klinisch relevante Hühnereiweißallergie stellt eine Kontraindikation für Impfstoffe dar, die aus bebrüteten Hühnereiern gewonnen werden.

Bei Gerinnungsstörungen oder unter einer Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten kann die Injektion subkutan erfolgen.

Eine Schwangerschaft ist bei der Influenzaimpfung keine Kontrainidkation.

6 Nebenwirkungen

Übliche Nebenwirkungen sind einer Lokalreaktion (leichte Schwellung, Rötung, Schmerzen) und eventuell leichte grippale Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen. In seltenen Fällen wurde nach häufigen wiederholten Impfungen eine Vaskulitis beobachtet. In Einzelfällen wurde nach einer Grippeimpfung das Auftreten eines Guillain-Barré-Syndroms beobachtet. Der kausale Zusammenhang mit der Impfung ist jedoch nicht eindeutig belegt.

Tags:

Fachgebiete: Immunologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (2 ø)

24.916 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: