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Eosinophiler Granulozyt

(Weitergeleitet von Granulocytus eosinophilicus)

Synonym: Eosinophiler, Granulocytus eosinophilicus
Englisch: eosinophilic leukocyte

1 Definition

Eosinophile Granulozyten sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die eosinophile Vesikel in ihrem Zytoplasma aufweisen. Sie werden zum unspezifischen zellulären Immunsystem gezählt.

siehe auch: Differentialblutbild

2 Entstehung

Eosinophile Granulozyten entwickeln sich im Rahmen der Eosinophilopoese aus oligopotenten myeloischen Stammzellen (CMP) im Knochenmark. Aus diesen Stammzellen entstehen uni- oder bipotente Stammzellen, die Zellkolonien bilden ("CFU" für "colony-forming units"). Die Zellkolonie für die Bildung von eosinophilen Granulozyten wird als CFU-Eo bezeichnet. Aus ihr entstehen die Eosinophiloblasten, die sich schließlich zu eosinophilen Granulozyten differenzieren.

3 Physiologie

Eosinophile Granulozyten enthalten Vesikel mit basischen Proteinen, die eine Zellschädigung auslösen können. Dazu zählen:

Sie werden chemotaktisch angelockt und unter anderem durch IgE-Antikörper zur Exozytose stimuliert. Sie haben jedoch auch die Fähigkeit zur Phagozytose. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Abwehr von Parasiten.

Die Konzentration der eosinophilen Granulozyten ist vor allem bei allergischen Reaktionen im Blut erhöht (Eosinophilie). Bei stark erniedrigten Konzentrationen spricht man von einer Eosinopenie.

Die Aktivierung von eosinophilen Granulozyten wird auf verschiedenen Ebenen kontrolliert. Interleukin-5 (IL-5), das von aktivierten TH2-Zellen ausgeschüttet wird, fördert die Reifung der eosinophilen Granulozyten im Knochenmark.

4 Funktion

Eosinophile Granulozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Steuerung allergischer Reaktionen, sowie bei der Abwehr von Parasiten und beim Abbau von Fibrin bei Entzündungsreaktionen. Ferner sind sie bei der Immunreaktion auf Virusinfektionen beteiligt, da sie in ihren Granula auch RNasen enthalten.

5 Referenzbereich

Eosinophiler Granulozyt machen im Differentialblutbild ca. 1-4% der Zellen aus. Das entspricht etwa 50-250 Zellen pro µl Blut. Ausschlaggebend ist der vom Labor angegebene Referenzwert.

Ursachen für eine Erhöhung der Eosinophilenzahl -> siehe unter Eosinophilie

6 Klinik

Eosinophile spielen bei der Pathogenese des Asthma bronchiale eine wichtige Rolle. Eine ausgeprägte Eosinophilie und mit eosinophiler Infiltration verschiedener Gewebe findet man beim hypereosinophilem Syndrom und beim Löffler-Syndrom.

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