Gongylonema pulchrum
von griechisch: γογγύλος - rund; νῆμα - Faden
Englisch: gongylonema pulchrum
Definition
Gongylonema pulchrum ist ein Fadenwurm (Nematode), der zur Gattung Gongylonema gehört. Es handelt sich um einen zoonotischen Parasiten, der verschiedene Säugetieren befällt, darunter Nutztiere und Primaten sowie gelegentlich auch Menschen. Der adulte Wurm siedelt sich meist in der Schleimhaut von Mundhöhle, Speiseröhre und Rachen an, wo er lokale Reizungen und Fremdkörpergefühle verursacht.
Taxonomie
- Reich: Animalia
- Stamm: Nematoda
- Klasse: Chromadorea
- Ordnung: Rhabditida
- Familie: Gongylonematidae
- Gattung: Gongylonema
- Art: Gongylonema pulchrum
- Gattung: Gongylonema
- Familie: Gongylonematidae
- Ordnung: Rhabditida
- Klasse: Chromadorea
- Stamm: Nematoda
Reservoir
Natürliche Wirte sind vor allem Nutztiere wie Rinder, Schweine, Ziegen, Pferde sowie weitere Wild- und Haustiere. Als Vektoren bzw. Zwischenwirte gelten koprophage Insekten (z.B. Mistkäfer und Kakerlaken).
Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Gongylonema pulchrum umfasst einen indirekten Zyklus mit einem definitiven und einem intermediären Wirt. Adulte Würmer leben in der Schleimhaut von Speiseröhre, Mundhöhle oder Pharynx von Säugetieren. Die Weibchen legen embryonierte Eier, die mit dem Kot des Endwirtes ausgeschieden werden. Im Boden werden die Eier von koprophage Insekten aufgenommen. In diesen intermediären Wirten entwickeln sich die Larven über zwei Stadien zum infektiösen dritten Larvenstadium (L3). Nach Aufnahme eines infizierten Insekts durch den Endwirt gelangen die L3-Larven in den oberen Gastrointestinaltrakt, penetrieren die Schleimhaut und wandern in die typischen Lokalisationen. Dort reifen sie innerhalb von Wochen zu adulten Würmern heran und beginnen nach etwa 9 Wochen mit der Eiablage.
Eine Infektion des Menschen erfolgt durch die orale Aufnahme eines infizierten Insekts oder kontaminierter Nahrung oder Wasser. Die adulten Würmer können mehrere Jahre persistieren und verursachen meist lokale Beschwerden.
Klinik
Leitsymptom ist häufig ein Fremdkörper- oder Bewegungsgefühl im betroffenen Bereich. Es können lokale Entzündungen und Ulzerationen auftreten, die nach Entfernen des Wurms abheilen. Je nach Lokalisation sind auch Hypersalivation, Husten und Übelkeit möglich. Bei einem Befall von Ösophagus oder Pharynx sind Dysphagie oder selten auch stärkere Beschwerden beschrieben.
Diagnostik
Die Diagnose einer Infektion mit Gongylonema pulchrum wird in der Regel durch den direkten Nachweis des adulten Wurms gestelt. Die Identifikation erfolgt primär mikroskopisch anhand charakteristischer morphologischer Merkmale. Zur Bestätigung kann eine molekulargenetische Analyse (z.B. PCR-basierte Sequenzierung) durchgeführt werden, um die Art eindeutig zu bestimmen.
Therapie
Die Therapie besteht in erster Linie aus der mechanischen Entfernung des Wurms. Nach der Extraktion verschwinden die Symptome in der Regel sofort und es ist keine weitere medikamentöse Behandlung erforderlich.
Anthelminthika können bei tiermedizinischen Infektionen die Wurmlast signifikant reduzieren.
Prävention
Quellen
- Wikipedia – Gongylonema pulchrum, abgerufen am 02.02.2026
- Pschyrembel – Gongylonema pulchrum, abgerufen am 02.02.2026
- Thieme connect – Multiple Gongylonema pulchrum worms in a human esophagus, abgerufen am 02.02.2026
- CDC – Gongylonema infection, abgerufen am 02.02.2026
- Libertin et al. Human Gongylonema pulchrum Infection: Esophageal Symptoms and Need for Prolonged Albendazole Therapy. Am J Med Hyg. 96(4):873-875. 2017