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Giftnatter

Zoologische Bezeichnung: Elapidae
Englisch: elapid

1 Definition

Die Giftnattern (Elapidae) sind eine Familie der Schlangen (Serpentes), die etwa 250 Arten umfasst. Neben den Vipern sind die Giftnattern die zweite große Gruppe von Giftschlangen.

2 Anatomische Merkmale

Giftnattern zeichnen sich zumeist durch einen relativ schlanken Körperbau, glatte Körperschuppen, bei Lichteinfall runde Pupillen und einen häufig wenig vom Hals abgesetzten Kopf aus. Der Giftapparat im Allgemeinen ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Giftnattern und Vipern. Er setzt sich wie folgt zusammen:

  • Giftdrüse: evolutionsbiologisch betrachtet eine umgebildete Speicheldrüse, seitlich beiderseits des Schädels, von Muskeln umgeben.
  • Giftkanal, welcher Giftdrüse und Giftzähne verbindet.
  • Giftzähne (Fangzähne): beiderseits im vorderen Oberkiefer befindlich. Sie sitzen fest und sind nicht beweglich (proteroglyphe Zahnstellung). Sie besitzen einen Giftkanal, über welchen das Gift im Falle eines Bisses injiziert wird. Bei Speikobras ist die Austrittsöffnung dieses Kanals, welche sich vorne mittig am Zahn befindet, kleiner und rundlicher als bei anderen Giftnattern, und fungiert so als eine Art Düse. Durch eine Krümmung nach vorn im letzten Teil des Kanals wird das gezielte horizontale Speien des Giftes ermöglicht.

3 Taxonomie

  • Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
    • Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)

Der genaue Status der Seeschlangen sowie der australoasiatischen Giftnattern ist unsicher, die Angaben variieren je nach Autor und phylogenetische Studien stehen häufig noch aus.

4 Vorkommen

Giftnattern sind in Nord-, Süd- und Mittelamerika (Korallenottern (Micrurus sp.)), Afrika, Australien und Asien zu finden. Einige Arten sind als Terrarientiere beliebt.

5 Toxinologie

Das Schlangengift der Giftnattern weist je nach Art verschiedene Substanzen auf. Häufig finden sich potente Neurotoxine. Einige Arten produzieren zudem zytotoxische oder hämotoxische Bestandteile (Beeinflussung der Koagulopathie, ggf. Verbrauchskoagulopathie) oder Myotoxine.

Die Toxine einiger Schlangen bergen Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Arzneistoffe, etwa im Rahmen der Tumortherapie (z.B. Echte Kobras) oder als Analgetika (z.B. Königskobra).

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