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Genitalreflex

Englisch: genital reflex

1 Definition

Der Genitalreflex wird durch Reizung der sensiblen Nervenendigungen der äußeren Geschlechtsorgane (glans penis, Labien, Klitoris) ausgelöst und ermöglicht die Kohabitation.

2 Physiologie

Der sensible afferente Schenkel ist der Nervus pudendus, das Reflexzentrum befindet sich in den vegetativen Kerngebieten des lumbosakralen Rückenmarks. Von dort erfolgt eine Umschaltung auf efferente parasympathische Neurone. Parallel dazu erfolgt eine Weiterleitung an supraspinale Zentren. Der nervus pudendus führt darüber hinaus auch somatische Neurone zum Beckenboden. Umgekehrt können Sinneseindrücke und Imagination über supraspinale Zentren parasympathische Fasern aus dem sakralen Rückenmark aktivieren. Penis, Klitoris, äußere Vagina und Labien werden durch den Nervus splanchnicus pelvinus versorgt. Die sympathischen Fasern aus dem thorakalem und lumbalen Rückenmark führen über den Nervus splanchnicus lumbalis zu Penis und Uterus.

Der Kohabitationszyklus wird in 4 Phasen eingeteilt:

  • Erregungsphase
  • Plateauphase
  • Orgasmusphase
  • Rückbildungsphase

3 Genitalreflexe bei der Frau

Bei der Frau erfolgt eine Einteilung in:

  • Erektionsphase
  • Transsudationsphase
  • Orgasmusphase

Der Genitalreflex bei der Frau unterliegt psychischen, somatischen und vegetativen Einflüssen. Die Dauer und Intensität der einzelnen Phasen sind bei der Frau deswegen individuell sehr unterschiedlich. Durch sexuelle Erregung kommt es in der ersten Phase zu einer venösen Blutstauung in den labia majora, sodass diese nach vorne auseinanderweichen. Die labia minora nehmen an Größe zu und werden sichtbar. Die Klitoris wird an den Rand des Schambeines gezogen und nimmt an Länge zu. Der Vaginalschlauch erweitert und verlängert sich. In der Transsudationsphase produziert das Plattenepithel der Vagina in Zusammenwirken mit den Bartholini-Drüsen eine muköse Flüssigkeit, die für eine schmerzlose Kohabitation erforderlich ist. Mit zunehmender Erregung kommt es zur Ausbildung der orgastischen Manschette, die sich in der Orgasmusphase kontrahiert. Der Uterus richtet sich bei Erregung auf, sein Hals entfernt sich von der hinteren Vaginalwand, sodass ein freier Raum zur Aufnahme des Samens besteht.

4 Genitalreflexe beim Mann

Der Kohabitationszyklus beim Mann läuft meist stereotyp ab und kann ebenfalls in aufeinanderfolgende Phasen eingeteilt werden:

  • Erektionsphase
  • Emissionphase
  • Ejakulationphase

Durch aktive, parasympathische Dilatation der Arteriolen und Sinusoide in den Schwellkörpern kommt es zu einer starken Füllung der Venen deren Abfluss durch die feste Bindegewebshülle gedrosselt ist, zur Erektion. Die Dilatation der Arteriolen erfolgt durch eine Erschlaffung ihrer glatten Muskulatur mittels NO, das über ein cGMP-System wirkt. cGMP wird durch die Phosphodiesterase-5 abgebaut. Emissionsphase und Ejakulationsphase sind zur Orgasmusphase zusammengefasst. Die Reizung der Sexualorgane löst reflektorisch eine Erregung sympathischer Efferenzen aus, die zu Kontraktionen von Nebenhoden, ductus deferens, Prostata und vesicula seminalis führen.

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